„Biologische Vielfalt ist ein Gewinn für alle und erhöht nicht zuletzt die Lebensqualität der Menschen in unserer Stadt“, betont Stefan Szuggat, Dezernent für Umwelt, Planen und Wohnen.
Dortmunds Freiräume wie Kulturlandschaften und Industrienaturflächen, Gewässer, Wälder, Parks, Friedhöfe und Privatgärten bergen ein großes Potenzial für die biologische Vielfalt. In städtischen, strukturreichen Gebieten ist die Artenvielfalt oft höher als auf monotonen Ackerflächen – allerdings auch fragiler.
Deshalb soll die Stadtnatur gestärkt werden. In allen Handlungsfeldern will Dortmund künftig konkret darauf achten, Verbindungen zwischen verschiedenen Biotopen, also Lebensräumen, zu schaffen und zu stärken. Aber auch die Stadtgesellschaft wird aufgefordert, sich für die Artenvielfalt einzusetzen.
Lebensräume und Nahrungsquellen verschwinden, weil es immer weniger Freiflächen gibt und genutzte Flächen immer stärker beansprucht werden, etwa durch sehr dichte Bebauung oder intensive Landwirtschaft ohne Hecken und Wiesen zwischen den Feldern. Das sind die Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt nicht nur in Dortmund.
Sieben Leitfelder
Die kommunale Biodiversitätsstrategie zielt darauf ab, dieser Entwicklung auf allen Ebenen entgegenzuwirken. Dazu hat das Umweltamt sieben Leitbilder und Handlungsfelder erarbeitet:
1. Leitbild Planungsrelevanz: Biodiversität soll in alle Planungs- und Handlungsebenen hineinwirken.
2. Leitbild Lebensraumsicherung: Lebensräume und Artenvielfalt sollen gesichert oder wiederhergestellt werden (Handlungsfeld „Schutzgebiete und Biotopverbund“).
3. Leitbild Artenhilfsprogramme: Gefährdete Arten und Biotope sollen geschützt werden (Handlungsfeld „Arten- und Biotopschutz, Agrar- und Kulturlandschaft, Wald“).
4. Leitbild Naturnähe im öffentlichen Raum: Die Biodiversität in Grünanlagen und Parks soll gefördert werden (Handlungsfeld „Grün- und Freiflächen im Siedlungsbereich“).
5. Leitbild Flächenbewirtschaftung und Ressourcenschutz: Natürliche Ressourcen sollen nachhaltig geschützt und Übernutzung vermieden werden (Handlungsfeld „Agrar- und Kulturlandschaft, Wald, Bodenschutz“).
6. Leitbild Kooperationen und Partnerschaften: Alle relevanten Akteur*innen im Arten- und Naturschutz sollen vernetzt arbeiten (Handlungsfeld „Kooperationen und Partnerschaften“).
7. Leitbild Umweltbildung: Die Bevölkerung soll für die Bedeutung der Biodiversität sensibilisiert werden (Handlungsfeld „Öffentlichkeitsarbeit und Umweltbildung“).
Der Aufbau ist modular und so flexibel, dass zeitliche und räumliche Prioritäten gesetzt und zum Beispiel auch Förderprogramme berücksichtigt werden können. Zwei Mitarbeiter*innen im Umweltamt kümmern sich um Biodiversität und um die Umsetzung der neuen Strategie. Die vielen schon vorhandenen Beiträge und Projekte sollen weitergeführt werden, möglichst viele der neu vorgeschlagenen Maßnahmen in die konkrete Planung und Umsetzungsphase gehen.
Der Verwaltungsvorstand hat die Biodiversitätsstrategie nun an die politischen Gremien weitergeleitet. Im November entscheidet der Rat darüber. Das Strategiepapier, eine rund 90 Seiten umfassende Studie, soll nach dem Ratsbeschluss auf der Internetseite der Stadt veröffentlicht werden.
Hintergrund Biodiversität:
Biodiversität oder auch biologische Vielfalt umfasst drei Ebenen: die Vielfalt an Lebensräumen, die Vielfalt an Arten sowie die genetische Vielfalt innerhalb der einzelnen Arten. Diese trägt dazu bei, dass Populationen beispielsweise sich auf ändernde Umweltbedingungen einstellen können.
Seit 2010 ist Dortmund als Gründungsmitglied im Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“ vertreten. Bisher fehlte aber eine gesamtstädtische Strategie für den Erhalt und die Förderung der biologischen Vielfalt im Stadtgebiet.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
