Grünes Licht für Modernisierung der »B-Wagen«

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Grünes Licht für Modernisierung der »B-Wagen«

01.07.2026

DSW21 erzielt grundsätzliche Einigung mit Hersteller – Aufsichtsrat beauftragt Vorstand, eine Fertigstellungsvereinbarung zu verhandeln

Die Signale stehen auf Grün! Der Aufsichtsrat der Dortmunder Stadtwerke AG (DSW21) hat in seiner Sitzung am 30. Juni einer Fortführung des »B-Wagen-Projekts« grundsätzlich zugestimmt und den Vorstand beauftragt, eine Fertigstellungsvereinbarung für die 63 zu modernisierenden Stadtbahnwagen der Hochflur-Flotte zu verhandeln. Wenn alles planmäßig läuft, kann das insgesamt rd. 300 Mio. € schwere »B-Wagen-Projekt« bis Anfang 2033 abgeschlossen werden. Es war 2025 durch das Insolvenzverfahren gegen einen der Auftragnehmer, die Leipziger »Heiterblick Straßenbahnen GmbH« (HBS) ins Stocken geraten und stand zwischenzeitlich komplett auf der Kippe. Mittlerweile ist das polnische Unternehmen PESA als strategischer Investor bei HBS eingestiegen. Das Insolvenzverfahren wurde aufgehoben.

„Eine gute Nachricht für den ÖPNV in Dortmund!“

„Wir haben Anfang Mai den gordischen Knoten durchschlagen und mit HBS/PESA einen »Letter of Intent« unterzeichnet. Beide Unternehmen und auch die Kiepe Electric GmbH, die für die elektronische Ausstattung der Fahrzeuge verantwortlich zeichnet, erklären darin weiterhin ihre Bereitschaft, das Modernisierungsprojekt durchzuführen und erfolgreich zum Abschluss zu bringen“, sagt Ulrich Jaeger, Verkehrsvorstand von DSW21. Und Ralf Habbes ergänzt: „Für den ÖPNV in Dortmund, für unsere zahlreichen Fahrgäste und für die Mobilitätswende in unserer Stadt ist das eine richtig gute Nachricht.“ Der Betriebsleiter von DSW21 und Dr. Ilka Homberger, Leiterin der Rechtsabteilung, haben in den vergangenen Monaten die langen und komplizierten Verhandlungen maßgeblich geführt.

Bundesweit einmaliges Fahrzeugprojekt

Im Jahr 2018 hatte das Dortmunder Verkehrsunternehmen die Firmen Heiterblick und Kiepe mit der Produktion von zunächst 26 Neufahrzeugen sowie mit der Modernisierung der Bestandsflotte (64 Fahrzeuge) beauftragt. Später kamen noch einmal acht Neufahrzeuge hinzu. Es handelt sich um ein bundesweit einmaliges Projekt, bei dem erstmals neue Stadtbahnwagen und eine zu modernisierende Bestandsflotte dieselbe innovative Ausstattung erhalten. Für dieses Konzept wurde DSW21 von der »ZfK – Zeitung für kommunale Wirtschaft« mit dem Nachhaltigkeitsaward in Silber ausgezeichnet. Neben den nachhaltigen Effekten ist das Projekt aber auch wirtschaftlich sinnvoll. Die Modernisierung eines Sechsachsers kostet rd. 2,3 Mio. € – ein Neufahrzeug mit rd. 4,5 Mio. € hingegen fast das Doppelte. 

26 der 34 Neufahrzeuge sind schon »auf Linie«

Nachdem die Produktion und Auslieferung der Neufahrzeuge im Juli 2025 durch die Eröffnung des Insolvenzverfahrens gegen HBS nach 24 der 34 beauftragten Fahrzeuge gestoppt worden war, ist sie auf der Grundlage einer Ende vergangenen Jahres abgeschlossenen Fortführungsvereinbarung inzwischen wieder angelaufen. Mittlerweile sind 26 Fahrzeuge in Dortmund angekommen und im Linienbetrieb unterwegs. Das letzte soll im Frühjahr 2027 ausgeliefert werden.

Modernisierung der Bestandsflotte soll 2033 abgeschlossen sein

Modernisiert wurde bislang erst einer der 64 vorhandenen Hochflurwagen, die auf den Linien U41, U42, U45, U46, U47 und U49 eingesetzt werden. Er durchläuft derzeit das Zulassungsverfahren, die sogenannte Typprüfung. Aufgrund der besonderen Umstände hat die Technische Aufsichtsbehörde (TAB) die Frist für die Abnahme verlängert. Vorausgesetzt, die Vertragspartner erzielen in den finalen Verhandlungen eine Einigung, würde sich die Modernisierung der Bestandsflotte unmittelbar an die Fertigstellung des letzten Neufahrzeugs anschließen und 2033 abgeschlossen sein. Trotz der Verzögerungen durch Corona und das Insolvenzverfahren wäre das gegenüber dem Ursprungsplan eine Verschiebung um »lediglich« zwei Jahre.

Quelle: https://www.bus-und-bahn.de/news-presse

Henning Taktmann ist seit vielen Jahren als Reporter für Verkehr und Mobilität unterwegs. Der Dortmunder berichtet über Entwicklungen im ÖPNV, Infrastrukturprojekte und die tägliche Lage auf Bus- und Bahnlinien. Mit seinem klaren, verständlichen Stil macht er komplexe Verkehrsthemen für alle zugänglich und gilt als eine der verlässlichen journalistischen Stimmen im Ruhrgebietsverkehr.

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