SVD geht schweren Gang in die Landesliga

Sportlich mussten die Basketballer des SVD nach Ende der vergangenen Saison den Gang aus der 2. Regionalliga in die Oberliga antreten. Doch diesen Platz werden sie nicht annehmen. Die Derner zogen nun ihre Mannschaft aus der Oberliga zurück.

„Wir hatten keine andere Wahl“, stellte Henrik Sojka, der Vorsitzende der Derner Basketballer fest. Sojka hatte schon etwas frühzeitiger Bedenken geäußert, ob der SVD ein konkurrenzfähiges Team stellen könnte, nun kam auch aus der Mannschaft das Signal, dass ein Start in der Oberliga unter den Voraussetzungen keinen Sinn machen würde.

Geplant war, dass der SVD mit den Spielertrainern Malte Stenzel und Daniel Eisenhardt und einem im Vergleich zur Vorsaison verkleinerten und verändertem Spielerkader in die Saison gehen würde. Doch mit zunehmender Zeit wurde der geplante Kader immer dünner. Verzichten muss der SVD beispielsweise auf Kräfte wie Mischa Kriechwevski (nach Recklinghausen), Ben Rehkopp, Osman Özcan und Baldwin Ojima (sie zieht es wohl nach Witten) oder Jason Tolkmit (Umzug), allesamt Stammspieler in der vergangenen Saison. „Am Ende hatten wir kaum mehr als fünf Spieler zur Verfügung“, so Sojka.

Hinzu kommt, dass auch das Spielertrainer-Duo aus beruflichen Gründen für mehrere Wochen in der Saison nicht zur Verfügung gestanden hätte. „Unter diesen Umständen konnten wir keinen seriösen Spielbetrieb gewährleisten“, erklärt Henrik Sojka, der ausdrücklich hinzufügt: „Dass wir die Mannschaft zu diesem Zeitpunkt zurückziehen, ist mehr als unglücklich im Sinne des Sports. Das ist mir persönlich unangenehm.“Folge des Derner Rückzugs, die Oberliga geht nun mit elf statt der geplanten zwölf Teams an den Start. Hätte der SVD fristgerecht bis Ende Mai auf seinen Platz verzichtet, hätte noch ein Team nachrücken können. „Die Mannschaft ist im Mai noch davon ausgegangen, dass es zwar eine schwierige, aber machbare Saison wird“, sagt Sojka. Das hat sich nun grundlegend geändert.

Das höchstspielende Team der Derner ist somit die ehemalige zweite Mannschaft in der Landesliga. Sie wird in der kommenden Saison von Miguel Sanchez, der in der vergangenen Saison noch die Mannschaft in der 2. Regionalliga trainiert hart, betreut. Auch die restlichen noch übriggebliebenen Derner aus dem Kader der ehemaligen ersten Mannschaft sollen in das Landesliga-Team integriert werden.

„Wir werden generell auch über die Neuausrichtung der Abteilung sprechen müssen“, kündigte Henrik Sojka an. So will sich der Verein intensiver mit dem 3×3-Basketball beschäftigen, ein für den SVD startendes Frauenteam ist kürzlich in dieser Disziplin Deutscher Meister geworden.

Auch das gerade gestartete JBBL-Projekt mit Iserlohn gehört zu den Neuausrichtungsprojekten. „Generell müssen wir es auch schaffen, uns in der Jugend besser aufzustellen“, wünscht sich Sojka. Nachholbedarf sieht er ebenso im organisatorischen Bereich: „Im Vorstandsbereich müssen wir ebenso die personellen Ressourcen aufstocken“, so der Abteilungsleiter.

Vor einem Jahr stand der SVD vor der gleichen Frage, ob sich Aufwand und Ertrag für das Männerteam, das damals noch in der 2. Regionalliga spielte, lohnt. Die Derner entschieden sich dafür, Abteilungsleiter Sojka zu entlasten. Verschiedene Themengebiete sollten von der Mannschaft organisiert werden, das Vorstandsteam verbreitert. Das scheint nicht so funktioniert zu haben, wie es sich der SVD damals vorgestellt hat. Der unnötige Abstieg der ersten Mannschaft scheint sein Übriges dazugetan zu haben.

Der Derner Rückzug, ausgerechnet im 50. Jahr des Abteilungsbestehens, schmerzt sehr. Seit Ende der 80er-Jahre hatte sich der SVD endgültig die Vorherrschaft im Dortmunder Basketball erkämpft, Höhepunkt in der Abteilungschronik war der Aufstieg in die 1. Bundesliga im Jahr 1992.

Die nächste Saison wird zeigen, ob es den Dernern gelingt, den Abwärtstrend zu stoppen und mit frischen Krämpfen und angepassten Strukturen den Blick wieder nach oben richten zu können.

Auf geht’s SVD! Packen wir es an!

Originalmeldung bei SVD 49 Dortmund

Reporter am Spielfeldrand, Taktik im Kopf, Fankurve im Ohr. Nico Rasenreport schreibt schnell, beobachtet scharf, erzählt das Spiel als Stadion-Erlebnis. Kein Pathos ohne Grund, aber Leidenschaft mit Verstand. Er misst Laufwege, spürt Geschichten auf dem Platz und fängt die Energie des Reviers im Dribbling der Worte ein.

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