Stadt veröffentlicht Gutachten zur Mittagsverpflegung in Dortmunder Kitas und Schulen

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass die Verpflegung der Kinder und Jugendlichen in den Einrichtungen Dortmunds sehr unterschiedlich organisiert ist: Die Verpflegungsart und die Qualität variieren dadurch erheblich, ein einheitliches Niveau gibt es nicht. Die Mehrheit arbeitet mit Aufwärmküchen, die durch externe Catering-Anbieter beliefert werden. Es gibt jedoch auch etliche Frischeküchen mit eigener Zubereitung – bei FABIDO sind es 44 von 98. Auffällig ist zudem: Kitas bieten im Durchschnitt etwa einmal pro Woche ein Gericht mit Fleisch an, bei den Schulen gibt es zwei- bis dreimal pro Woche Fleisch. Die meisten Catering-Betriebe (76 Prozent) produzieren in der näheren Umgebung (bis 30 km). Viel Potenzial zum Einsparen von Lebensmitteln und Ressourcen wie CO² und Geld liegt im Bereich der Abfallvermeidung.

Für mehr Gesundheit, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit

„Uns war wichtig, dass wir die Verpflegungspraxis einmal systematisch erfassen und aufbereiten, damit wir daraus die richtigen Schlüsse ziehen können“, sagt Umweltdezernent Stefan Szuggat. „Das Ziel, allen Kindern gleich gute Bedingungen auch in der Versorgung zu bieten, hat uns dabei geleitet. Gutes Essen fördert nicht nur Gesundheit und Gemeinschaft. Es hilft gleichzeitig der Umwelt und schützt das Klima.“

Für die Untersuchung hat die Stadt Dortmund mit dem externen Dienstleister a’verdis aus Münster zusammengearbeitet. Beteiligt waren mehrere städtische Fachbereiche: Umweltamt, Dezernat für Schule, Jugend und Familie, Fachbereich Schule, Jugendamt und FABIDO. Die Ergebnisse des Gutachtens sind jetzt veröffentlicht worden.

Für die Bestandsaufnahme wurden alle zum Zeitpunkt der Umfrage bestehenden 334 Kitas, 91 offene Ganztagsschulen sowie 67 weiterführende Schulen und Berufskollegs aufgerufen, sich an der Abfrage zu beteiligen. Untersucht wurden unter anderem Lebensmittelqualität, Speisenangebot, Kosten, Lebensmittelverschwendung und weitere Umweltaspekte in den Einrichtungen.

So soll sich gesündere und nachhaltigere Verpflegung verbreiten

Das Gutachten zeigt auf, wie die Verpflegungsqualität gezielt weiterentwickelt werden kann. Besonders der Einsatz von Bio-Lebensmitteln, fair gehandelten sowie regional und saisonal erzeugten Produkten und eine stärker pflanzenbasierte Speisegestaltung gelten als wirksame Hebel, um Gesundheitsvorsorge, Klima- und Umweltschutz sowie die regionale Wertschöpfung zu fördern.  

„Mit Hilfe des Gutachtens und der so gewonnenen Transparenz können wir nun gezielt reagieren und nachsteuern – sei es bei der Lebensmittelbeschaffung, der Speisengestaltung oder der Organisation der Verpflegung“, sagt Jugend- und Schuldezernentin Monika Nienaber-Willaredt. „Gerade in Kitas und Schulen ist eine ausgewogene Mittagsverpflegung besonders wichtig. Denn sie beeinflusst früh die Ernährungsgewohnheiten und trägt zu gesundheitlicher Teilhabe bei.“

Vorgaben für die Versorgungspraxis

Eine konkrete Empfehlung aus dem Gutachten lautet: Die Stadt könnte Qualitätsstandards für die Mittagsverpflegung in den Einrichtungen vorgeben. Beim Verhältnis von pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln könnten die Qualitätsstandards der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) oder von Optimix gesetzt werden. Auch Mindestquoten an definierten Lebensmittelqualitäten wie „Bio“ könnten eingeführt werden oder zur Orientierung dienen. 

Der städtische Kita-Träger FABIDO gilt als positives Beispiel: In allen der 48 Einrichtungen mit Wirtschaftsküche sowie in den 41 Kitas mit externem Catering wird nach gesundheitlichen Vorgaben bereits mit Optimix-Zertifizierung gekocht. Zudem liegt die Bio-Quote aktuell bei 67,5 Prozent (Stand April 2026) und übertrifft damit den Ratsbeschluss von mindestens 50 Prozent bei FABIDO bereits deutlich.

Stadt baut Standards und Unterstützungsangebote weiter aus

Für den Offenen Ganztag der Grund- und Förderschulen hat die Stadt bereits festgelegt, wie eine nachhaltige und gesunde Mittagsverpflegung gestärkt werden soll. Festgeschrieben ist dies im „Qualitätsrahmen Ganztätige Förderung für Kinder im Grundschulalter“ im Modul Gemeinschaftsverpflegung. Die Stadt bietet Unterstützung für Produktionsküchen und Caterer, um höhere Qualitätsanforderungen an die Verpflegung wirtschaftlich umzusetzen.

Beim EU-Förderprojekt „Turn the Tables“ können Küchen sich praktisch beraten lassen, wie sie die Bio-Quote erhöhen und gleichzeitig Kosten im Betriebsablauf einsparen können („Dortmund tischt auf“). Auch über das Förderprojekt „FoodConnectRuhr“ gibt es Beratungsangebote und Vernetzungsplattformen für Akteur*innen der Dortmunder Gemeinschaftsverpflegung, zum Beispiel für OGS-Trägerschaften nach den Sommerferien.

dortmund.de/ernaehrungswende


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

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