Nutzung mit Schwerpunkt auf kultureller Bildung ist umsetzbar
Die Stadtverwaltung prüft die Idee, das 2024 erworbene Gebäude des früheren Kinos „Film Casino“ zu einem Ort für kulturelle Bildung mit starker Strahlkraft für den Ostenhellweg und die ganze City zu entwickeln. DORTMUND MUSIK könnte als Ankernutzerin dringend benötigte Proben- und Auftrittsräume für den Musikschulbetrieb erhalten.
Flankierend könnten weitere kulturelle und kulturnahe gewerbliche Nutzungen das ganze Haus erfüllen – von den ehemaligen Kinosälen bis zu den Geschäftsräumen mit Schaufenstern zum Hellweg. Die Stadt sieht darin eine Chance, dem Ostenhellweg einen neuen kulturellen Schwerpunkt und Aufschwung zu geben. Das Gebäude selbst könnte dabei als Denkmal der Populärkultur einen Beitrag leisten: Als ungewöhnlich gut erhaltenes Lichtspielhaus aus den 1950er-Jahren steht es exemplarisch für die damalige Blütezeit des Kinos.
Sanierung ist möglich, Synergien können entstehen
Um die Möglichkeiten der Immobilie von 1956 realistisch auszuloten, hat die Stadtverwaltung Ende 2024 eine Machbarkeitsstudie beauftragt. Das Dortmunder Architekturbüro Spital-Frenking+Schwarz prüfte daraufhin gemeinsam mit weiteren Fachleuten die Statik und Bauphysik, untersuchte das Haus auf Schadstoffe und zeigte Restaurationspotenziale auf.
Die Fachleute bestätigen nun, dass die Sanierung und Nutzung der Immobilie trotz des weitgehenden Leerstands seit dem Jahr 2000 möglich sind. Die architektonische Konzeption und gestalterische Qualität des einstigen Kinos erweisen sich dabei als große Stärken. Sie begünstigen die Idee, viele Funktionen zu vereinen und Synergien zwischen verschiedenen Nutzungen zu schaffen.
Zwei Varianten: Mit und ohne Erweiterung des Gebäudes
Als Grundlage für mögliche künftige Planungen stellt das Architekturbüro zwei bauliche Varianten vor. Eine sieht keine wesentlichen Erweiterungen des bestehenden Gebäudes vor. Die andere schlägt eine Aufstockung vor. Diese würde einen weiteren Konzertsaal und einen Multifunktionsraum mit Blick ins Rosental im zweiten Obergeschoss ermöglichen. Die zweite Variante würde alle offenen Raumbedarfe von DORTMUND MUSIK erfüllen, die erste nur einen Teil davon.
Beide Varianten sehen drei beziehungsweise vier Proberäume im Untergeschoss vor, während im Erdgeschoss ein Foyer, eine weitere Gastronomie im Bereich der Passage sowie musik- oder kulturaffine gewerbliche Nutzungen entstehen sollen. Der Eingang in die Passage am Ostenhellweg soll laut der Studie in jedem Fall aufgeweitet und als Entrée zum großen Konzertsaal in die Formensprache der 1950er-Jahre zurückgeführt werden. Die Verbindung über die Passage ins Rosental bleibt erhalten.
Kein Planungsstart aufgrund angespannter Haushaltssituation
Welche der beiden Varianten planerisch verfolgt werden soll, steht aktuell nicht zum Beschluss. Die derzeit extrem angespannte finanzielle Haushaltslage verhindert den ursprünglich als nächsten Schritt angestrebten Planungsstart. Die Verwaltung legt die Studie daher dem Rat der Stadt Dortmund zunächst nur zur Kenntnisnahme vor, als Grundlage für zukünftige Schritte.
Als zu erwartende Gesamtkosten für Planung und Bau veranschlagt die Studie je nach Variante 23,4 bis 25 Millionen Euro. Die Belastung für den städtischen Haushalt könnte gegebenenfalls durch Fördermittel erheblich verringert werden.
Die Höhe der Kosten ist auf verschiedene Faktoren zurückzuführen. Zum einen steht eine herausfordernde denkmalgerechte statische und energetische Ertüchtigung einer Immobilie an, die lange in weiten Teilen leer stand und nicht instandgehalten wurde. Zum anderen muss eine Probe- und Konzertstätte gehobenen technischen Anforderungen genügen. Ein weiterer Punkt sind die Schadstoffbelastungen der Immobilie, die zusätzliche Arbeitsschritte zu Beginn der Baumaßnahme erforderlich machen.
Machbarkeitsstudie zum Download
Die Machbarkeitsstudie steht zum Download bereit unter dortmund.de/film-casino. Sie wurde zu Teilen aus Mitteln des Förderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren“ des Landes Nordrhein-Westfalen finanziert.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
