Gefühle verstehen und benennen: Neue Gefühlskarten stärken Kinder

Jugendamt entwickelt anschauliches Material für Familien und Fachkräfte

Das Material hilft Familien und Fachkräften, mit Kindern über ihre Gefühle ins Gespräch zu kommen und sie in ihrer Entwicklung zu stärken. Das Set umfasst 39 Standardkarten und 80 ergänzende Emotionskarten. Die Illustrationen zeigen unterschiedliche Lebensrealitäten und Erscheinungsformen von Kindern. So machen sie Vielfalt sichtbar und bieten vielen Kindern die Möglichkeit, sich in den Bildern wiederzufinden.

Die Karten helfen Kindern, ihre Gefühle bewusster wahrzunehmen und passende Worte dafür zu finden. Sie geben ihnen einen einfachen Zugang zu dem, was in ihnen vorgeht. Gleichzeitig laden sie dazu ein, die Gefühle anderer besser zu verstehen und Unterschiede wahrzunehmen.

Der Bereich Psychologische Dienste und Eingliederungshilfe sowie der Stab für strategische Planung und Qualitätsentwicklung im Jugendamt entwickelten die Karten gemeinsam.

Mit Bildern ins Gespräch kommen

Die Gefühlskarten lassen sich vielseitig im Alltag einsetzen: im Morgenkreis, bei Gruppenangeboten, in Einzelgesprächen oder in schwierigen Situationen. Auch Eltern und andere Familienmitglieder können die Karten gemeinsam mit Kindern anschauen und darüber sprechen, wie es ihnen geht.

Manchmal fällt es Kindern schwer, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Dann kann ein Bild helfen, den Anfang zu machen. Kinder können zeigen, was sie gerade empfinden, und gemeinsam mit Erwachsenen nach den passenden Worten suchen.

Die Karten unterstützen auch dabei, Konflikte zu begleiten und Lösungen zu finden. Erwachsene können mit den Kindern darüber sprechen, was sie ärgert, verunsichert oder traurig macht. Gemeinsam können sie überlegen, was ihnen in solchen Momenten hilft und wie sie mit starken Gefühlen umgehen können.

So lernen Kinder Schritt für Schritt, ihre Emotionen besser zu verstehen und zu steuern. Sie entwickeln mehr Sicherheit im Umgang mit sich selbst und anderen und stärken damit ihre sozialen Fähigkeiten und ihr Selbstvertrauen.

Jedes Gefühl ist wichtig

Im Mittelpunkt steht eine wertschätzende Haltung: Alle Gefühle dürfen sein. Freude und Geborgenheit gehören ebenso zum Leben wie Angst, Wut, Scham oder Enttäuschung.

Die Karten geben nicht vor, wie ein Kind ein Gefühl erleben oder ausdrücken soll. Sie dienen als offene Gesprächsimpulse. Denn jedes Kind empfindet anders und findet eigene Worte für das, was es innerlich bewegt.

Die Bilder laden dazu ein, gemeinsam hinzuschauen, Fragen zu stellen und einander aufmerksam zuzuhören. Dabei gibt es kein richtig oder falsch. Ein Bild kann bei einem Kind Freude auslösen, während ein anderes Kind damit vielleicht Unsicherheit verbindet. Solche Unterschiede bieten gute Anlässe, um miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wenn Erwachsene die Gefühle von Kindern ernst nehmen, stärken sie deren Vertrauen. Kinder erfahren, dass sie ihre Empfindungen zeigen dürfen und auch mit schwierigen Gefühlen nicht allein sind. Zugleich lernen sie, die Bedürfnisse anderer besser wahrzunehmen und verständnisvoll miteinander umzugehen.

Kostenlos herunterladen und nutzen

Das Jugendamt stellt das komplette Kartenset in begrenzter Stückzahl bereit. Einrichtungen wie Grundschulen und Jugendhilfedienste erhalten die Sets direkt.

Alle anderen Interessierten können die Gefühlskarten kostenfrei herunterladen unter dortmund.de/praevention-kinderschutz herunterladen. Sie dürfen die Karten ausdrucken und in ihrer ursprünglichen Form weitergeben.

Damit möchte das Jugendamt möglichst vielen Familien und Fachkräften den Zugang zu dem Material ermöglichen. Die Karten lassen sich unkompliziert in den pädagogischen Alltag und in das Familienleben integrieren. Sie brauchen keine aufwendige Vorbereitung und bieten einen anschaulichen Einstieg in Gespräche über Gefühle.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

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