Schwerpunkteinsatz zum Jugendschutz in Dortmund-Hörde und am Phoenix-See – Polizei zieht getunten E-Scooter nach Beinahe-Zusammenstoß mit Kleinkind aus dem Verkehr

Lfd. Nr.: 0877

Am Freitagabend, dem 16. Oktober 2026, führten Einsatzkräfte der Polizei Dortmund gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht einen mehrstündigen Schwerpunkteinsatz mit dem Fokus auf den Jugendschutz durch. Die Einsatzräume waren insbesondere das Umfeld des Phoenix-Sees sowie die Hörder Fußgängerzone.

Im Verlauf des Einsatzes überprüften die Beamtinnen und Beamten 69 Personen (darunter 57 Minderjährige) sowie 24 Fahrzeuge. An bekannten Treffpunkten und auf Schulhöfen sprachen die Einsatzkräfte insgesamt zwölf Platzverweise aus.

Zudem wurden gemeinsam mit der Gewerbeaufsicht Kioske im Hörder Stadtteilgebiet kontrolliert. Neben kleineren Mängeln bei der Ausschilderung des Nichtraucherschutzes stellten die Einsatzkräfte an einem Kiosk den vorschriftswidrigen Einzelverkauf von Zigaretten fest. Es wurde eine entsprechende Ordnungswidrigkeitenanzeige gefertigt.

Am Abend lag ein besonderer Schwerpunkt auf der Kontrolle jugendlicher Fahrerinnen und Fahrer von Elektrokleinstfahrzeugen (E-Scooter). Hierbei kam es gegen 19:00 Uhr zu einem gefährlichen Vorfall auf einem Geh- und Radweg nahe der Meinbergstraße:

Zivile Einsatzkräfte beobachteten eine Gruppe von vier Jugendlichen, die mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und ohne eingeschaltete Beleuchtung auf E-Scootern unterwegs waren. Als die Gruppe eine Polizeikontrolle bemerkte, wendete sie und flüchtete mit hoher Geschwindigkeit.

Dabei fuhr der 15-jährige Anführer der Gruppe frontal auf eine 34-jährige Mutter und ihre beiden Kleinkinder (drei Jahre und sieben Monate alt) zu. Nur durch das beherzte Eingreifen der Mutter und das ruckartige Zurückziehen ihres dreijährigen Kindes auf einem Laufrad konnte ein folgenschwerer Zusammenstoß in letzter Sekunde verhindert werden. Ein Polizeibeamter konnte den 15-jährigen Dortmunder stoppen und festhalten.

Bei der anschließenden Kontrolle stellte sich heraus, dass an dem E-Scooter falsche Versicherungskennzeichen angebracht waren. Der Jugendliche räumte zudem ein, das Fahrzeug so manipuliert zu haben, dass es Geschwindigkeiten von bis zu 40 km/h erreicht. Das Fahrzeug wurde mit dem Ziel zur Anfertigung eines technischen Gutachtens sichergestellt.

Die Beamten leiteten gegen ihn ein Strafverfahren unter anderem wegen Gefährdung des Straßenverkehrs (§ 315c StGB), Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Urkundenfälschung und Verstoßes gegen das Pflichtversicherungsgesetz eingeleitet. Der Jugendliche wurde auf der Polizeiwache Hörde an seine Erziehungsberechtigten übergeben. Auch gegen den Fahrzeughalter wurde eine separate Strafanzeige erstattet.

Die drei weiteren flüchtigen Jugendlichen entkamen unerkannt. Unter ihnen befand sich eine dunkel gekleidete Person mit einer schwarzen Sturmhaube und einer dunklen „Nike Tech“-Softshelljacke. Zeugen, die Hinweise auf diese Personen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei unter der 0231/132-7441 zu melden.

Die Polizei Dortmund weist noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass das Tunen von E-Scootern kein Bagatelldelikt ist, sondern eine Straftat darstellen kann:

Die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von E-Scootern beträgt maximal 20 km/h. Wird diese durch eine technische Manipulation der Software oder Hardware aufgehoben, erlischt die Betriebserlaubnis und die verkehrsrechtliche Einstufung verändert sich. Unter Umständen ist dann auch eine Zulassung als Kraftfahrzeug sowie eine entsprechende Führerschein- und Helmpflicht erforderlich.

Das Fahren ohne Fahrerlaubnis ist keine Bagatelle, sondern wird mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft. Auch gegen den Fahrzeughalter wird ein Strafverfahren eingeleitet. Die Erziehungsberechtigten sind in diesem Fall also voll verantwortlich und sollten sich dessen bewusst sein.

Unabhängig davon geht von getunten E-Scootern eine erhebliche Gefahr für die Fahrerinnen und Fahrer sowie andere Verkehrsteilnehmer aus. Aufgrund ihrer kleinen Reifen sind E-Scooter besonders anfällig für Fahrbahnunebenheiten. Hinzu kommt, dass die Bremsanlagen nicht für so hohe Geschwindigkeiten ausgelegt sind. Bei einer Fahrbahnunebenheit oder einem plötzlich auftretenden Hindernis wäre ein womöglich folgenschwerer Crash mit hoher Geschwindigkeit unvermeidbar. Hier besteht absolute Lebensgefahr!

Die Polizei Dortmund wird auch in Zukunft in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsdienst konsequent weitere Kontrollen mit den Schwerpunkten E-Scooter und Einhaltung jugendschutzrechtlicher Bestimmungen durchführen.

Weitere Informationen zum Stadtteil „Aplerbeck“: dortmund-lebt.de/tag/Aplerbeck

Weitere Informationen zum Stadtteil „Hörde“: dortmund-lebt.de/tag/H%C3%B6rde

Weitere Informationen zum Stadtteil „Eving“: dortmund-lebt.de/tag/Eving

Quelle: www.presseportal.de

Mara Feldkamp ist seit mehreren Jahren als Reporterin für Sicherheits- und Einsatzthemen in Dortmund tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der transparenten Aufbereitung von Polizeimeldungen, Verkehrsunfällen und kriminalpräventiven Informationen für die Öffentlichkeit. Mit ruhiger Stimme, klaren Worten und präziser Recherche begleitet sie regelmäßig Einsätze der Dortmunder Polizei – ob vor Ort an Unfallstellen, bei Pressebriefings oder bei Großlagen im Stadtgebiet. Dank ihrer strukturierten Arbeitsweise gilt sie als verlässliche Schnittstelle zwischen Einsatzkräften und Bürgerinnen und Bürgern.

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