Was macht eine Stadt eigentlich smart? Die Antwort darauf muss nicht immer kompliziert sein. Manchmal beginnt sie mit einer Trinkflasche, frischem Wasser und einem schattigen Platz.
Vier neue Trinkbrunnen im Zoo Dortmund machen genau das möglich. Sie bieten kostenloses, frisches Trinkwasser und laden Besucher*innen dazu ein, ihre Trinkflasche aufzufüllen. Damit wird aus einer einfachen Erfrischung ein kleines Stück Smart City. Den Trinkbrunnen „Mähnenwolf“ am Streichelzoo gibt es schon länger. Die Neuen finden sich gut verteilt übers Gelände: am Spielplatz, am Regenwaldhaus, am Eingang Süd (Zillestraße) und am Haupteingang.
Stadtdirektor Christian Uhr, Dezernent für Personal, Digitales und Verwaltungsmodernisierung, weihte die neuen Trinkbrunnen gemeinsam mit dem Smart-City-Team der Stadt Dortmund ein. Das Team gehört zum Dortmunder Systemhaus (DOSYS).
„Eine smarte Stadt ist nicht erst dann smart, wenn irgendwo ein Sensor blinkt. Smart ist das, was den Alltag einfacher, angenehmer und nachhaltiger macht. Smart ist schlau. Ein Trinkbrunnen ist dafür ein schönes Beispiel: Die Stadt stellt die Infrastruktur bereit – und die Menschen nutzen sie, bringen ihre Flasche mit und achten selbst darauf, ausreichend zu trinken oder lassen sich durch den Anblick eines solchen Brunnens und Menschen, die mit gutem Beispiel vorangehen, an das Wassertrinken erinnern“, sagt Christian Uhr.
Smart City beginnt im Alltag
Dortmund ist auf dem Weg zur Smart City. Im Mittelpunkt steht nicht die Digitalisierung um ihrer selbst willen. Neue Technologien und innovative Ideen sollen vielmehr dazu beitragen, die Stadt lebenswerter, nachhaltiger und zukunftsfähiger zu machen.
Das zeigt sich auch bei den Trinkbrunnen im Zoo – ein tolles Angebot für alle kleinen und großen Besucher*innen. Solange der Vorrat reicht, stellt das Smart-City-Team am Haupteingang kostenlose Trinkflaschen bereit. Wer unterwegs Durst bekommt, kann seine Trinkflasche an den neuen Brunnen auffüllen und weitergehen. So verbindet das Projekt eine praktische Alltagshilfe mit dem Gedanken einer ressourcenschonenden und lebenswerten Stadt.
„Smart“ bedeutet dabei auch: Die Stadt und ihre Bürger*innen gestalten gemeinsam. Die Stadt schafft Angebote und Infrastruktur – die Menschen können sie nutzen und selbst Verantwortung übernehmen. „Wer an heißen Tagen eine Trinkflasche dabeihat, regelmäßig Wasser trinkt und öffentliche Trinkbrunnen nutzt, auch um sich schnell an den Armen oder im Gesicht mit Wasser abzukühlen, trägt selbst dazu bei, gut durch den Sommer zu kommen. Gesunde Erwachsene sollten etwa 1,5 bis 2 Liter pro Tag zu sich nehmen“, sagt Thomas Deiseroth, ärztlicher Teamleiter der Umweltmedizin im Gesundheitsamt, das den Ausbau der Trinkbrunnen gemeinsam mit dem Umweltamt stadtweit vorantreibt.
Kinder, Senioren, chronisch Kranke und Menschen, die draußen arbeiten, sind bei Hitzewellen besonders gefährdet. Die im Sommer bei Hitze regelmäßig auftretende Übersterblichkeit hat laut Robert-Koch-Institut in diesem Jahr mit deutschlandweit 14.000 Toten eine sehr hohe Zahl erreicht.
Dortmund passt Hitzeaktionsplan laufend an
Der Zugang zu kostenlosem Trinkwasser ist ein wichtiger Bestandteil des dynamischen Hitzeaktionsplans der Stadt Dortmund, der Dortmunds Bürger*innen vor hitzebedingten Erkrankungen schützen will. „Grundsätzlich ist das Ziel des Aktionsplans, dass wir Bevölkerung sensibilisieren und über die Gefahren bei Extremwetterereignissen aufklären sowie die Abläufe bei Hitze-Wetterlagen für Warnungen und Notfälle laufend verbessern“, sagt Sophie Arens, aus dem Team Klimaschutz und Klimafolgenanpassung im Umweltamt. „Vorgenommen haben wir uns außerdem, dass wir viele Grünflächen schaffen und viel Regenwasser aus den Kanälen raushalten, damit es vor Ort verdunstet oder versickert.“
Darüber hinaus ist Dortmund Teil des regionalen Hitzeaktionsplan der Zukunftsinitiative Klima.Werk (Projekt HAP.Regio). Dieser erarbeitet gemeinsame Standards und Strategien zum Schutz vor extremen Hitzewellen für 16 Städte der Emscher-Region und den Kreis Recklinghausen. Auch diese Zusammenarbeit ist smart.
Übrigens: Das Nutzen von Trinkbrunnen und der eigenen Trinkflasche reduziert das Aufkommen von Einwegplastikflaschen erheblich. Auch der CO₂-Fußabdruck, der durch Abfüllung und Transport von Flaschenwasser entsteht, verringert sich. Trinkbrunnen beleben Plätze, Fußgängerzonen oder Parks und erhöhen so den Komfort und die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum. All das sind weitere Aspekte, die Trinkbrunnen smart machen.
40 Trinkbrunnen in ganz Dortmund
Mit den vier neuen Brunnen im Zoo gibt es inzwischen 40 Trinkwasserbrunnen im Dortmunder Stadtgebiet. Zuletzt aufgestellt wurden Trinkbrunnen auf dem Alten Markt, im Eingangsbereich des Gesundheitsamtes, zwei Brunnen im Wilhelm-Hansmann-Haus, einer in der Begegnungsstätte Gustav Heinemann und drei weitere im Stadthaus (Berswordt-Halle, Bauteil Olpe, Wartebereich Bauteil B). Die Brunnen bieten kostenloses Trinkwasser und sind damit gerade an heißen Tagen eine praktische Anlaufstelle.
Wer unterwegs einen Brunnen oder einen schattigen Platz sucht, kann dafür auch digitale Hilfe nutzen: Die „Kühle-Orte-Karte“ auf dortmund.de zeigt schattige Plätze, Grünflächen, Trinkbrunnen und weitere Orte, an denen man sich an heißen Tagen abkühlen oder mit Wasser versorgen kann. Auch Refill-Stationen, an denen kostenloses Trinkwasser in mitgebrachte Gefäße gefüllt werden kann, sind dort zu finden.
Damit wird die digitale Karte selbst zu einem kleinen Smart-City-Helfer: Wer weiß, dass es heiß wird, kann schon vor dem nächsten Spaziergang oder Ausflug nach einem kühlen Ort in der Nähe suchen und ihn gezielt für die Route einplanen.
Smarte Projekte für eine lebenswerte Stadt
Die Trinkbrunnen sind nur ein Beispiel dafür, wie das Smart-City-Team Dortmund weiterentwickelt. Im Mittelpunkt stehen Projekte aus unterschiedlichen Bereichen – von digitaler Infrastruktur und Sensorik über Energie und Umwelt bis hin zu neuen Möglichkeiten der Beteiligung. Das gemeinsame Ziel: Dortmund soll effizienter, nachhaltiger, digitaler und vor allem lebenswerter werden.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
