Distomo und die Dortmunder Griechen im Hoesch-Museum: Erinnern, was nicht vergessen werden darf

Vortrag im Begleitprogramm der erfolgreichen Sonderausstellung „Wie’s innen aussieht, geht niemand was an…“

Am Dienstag, 25. August, berichtet der Hamburger Rechtsanwalt Martin Klingner um 18 Uhr im Hoesch-Museum über die juristischen Auseinandersetzungen um eine Entschädigung für die Nachfahren der Opfer des Massakers von Distomo. Im Juni 1944 ermordeten deutsche SS- und Wehrmachtseinheiten in dem zentralgriechischen Dorf 218 der knapp 500 Einwohner*innen. Klingner war als Rechtsanwalt unter anderem für die Geschwister Sfountouris aus Distomo tätig und vertrat sie vor dem Bundesverfassungsgericht sowie vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Seit 25 Jahren setzt sich der Arbeitskreis Distomo politisch für die Entschädigung der Opfer nationalsozialistischer Verbrechen und die Bestrafung der Täter ein.

Kriegserinnerungen in der Dortmunder Community

Die deutsche Besatzung Griechenlands ab 1941 und die damit verbundenen Verbrechen belasteten das Verhältnis zwischen beiden Ländern auch nach dem Zweiten Weltkrieg. Mit dem Anwerbeabkommen von 1960 kamen viele griechische Arbeitsmigrant*innen nach Deutschland – und brachten die Erinnerungen an ihre Heimatdörfer und die dort erlebte Gewalt mit. Der Vortrag greift damit ein Thema auf, das auch für die Geschichte der griechischen Community in Dortmund von Bedeutung ist.

Fotografien zeigen den Alltag von 1976

Der Vortrag gehört zum Begleitprogramm der Sonderausstellung „Wie’s innen aussieht, geht niemand was an…“ Dortmunder Griechen 1976, die bis zum 20. September verlängert wurde. Im Mittelpunkt stehen Fotografien von Jürgen Spiler und Thomas Strenge. Während der Dortmunder Auslandskulturtage 1976 hielten die jungen Fotografen Momente aus Freizeit, Schule, Arbeit, Familie und Gemeinde fest. Die Schwarz-Weiß-Aufnahmen geben Einblicke in den Alltag einer ersten Generation griechischer Migrant*innen in Dortmund. 50 Jahre später stellt die Ausstellung die historischen Bilder in einen erweiterten Zusammenhang und zeigt, wie sich Lebensrealitäten und gesellschaftliche Teilhabe verändert haben.

Kurzinfos

Dienstag, 25. August, 18 Uhr

„Endlich die Verantwortung akzeptieren“. Das Massaker von Distomo 1944

Vortrag von Martin Klingner, Hamburg

Hoesch-Museum, Dortmund

Eintritt frei. 

Zur Ausstellung ist ein Begleitheft für 5 Euro im Museumsshop erhältlich oder per Mail und Vorkasse über info@hoesch-museum.de.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

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