„Das ist kein Rückzug. Das ist ehrliche Aufgabenteilung.“ Polizeipräsident Tim Frommeyer setzt auf neue Kooperationsvereinbarung zur Stadionallianz – und somit auf die klare Verantwortung der Vereine

Lfd. Nr.: 0687

Rund eineinhalb Wochen vor dem Start der Saison in der Fußball-Bundesliga blickt der neue Dortmunder Polizeipräsident Tim Frommeyer optimistisch, aber auch mit klaren Erwartungen an die veranstaltenden Vereine wie Borussia Dortmund auf die neue Kooperationsvereinbarung zur Stadionallianz NRW.

„Gemeinsames Ziel von Vereinen und Polizei ist es, dass künftig nicht ein paar Chaoten dafür sorgen, dass Fußballspiele – die für hunderttausende Menschen Feste sind – immer mehr zu aufwändigen Hochsicherheitsangelegenheiten werden“, macht Frommeyer deutlich.
Allein in der vergangenen Saison hat die Polizei in Nordrhein-Westfalen rund 460.000 Arbeitsstunden für Fußballeinsätze geleistet. Das entspricht etwa 350 Kolleginnen und Kollegen, die ein ganzes Jahr nichts anderes tun. „Diese Kräfte“, sagt Frommeyer, „fehlen an anderer Stelle, und zwar jeden Tag. Auf Dauer ist das so nicht zu verantworten.“

Daher begrüßt der Behördenleiter ausdrücklich die neue Kooperationsvereinbarung zu den Stadionallianzen NRW, die NRW-Innenminister Herbert Reul am 23. Juli zusammen mit den nordrhein-westfälischen Vereinen aller drei deutschen Profiligen vorgestellt hatte (siehe auch hier: https://www.land.nrw/pressemitteilung/starker-schulterschluss-fuer-sicheren-fussball-stadionallianzen-wachsen-weiter). „Die Vereine gehören in die Startelf, wenn es um Sicherheit im Stadion geht. Unser Ziel ist klar: Fußball soll in sicheren Stadien stattfinden und Freude machen, ohne Gewalt und ohne Pyrotechnik“, so Reul.

Tim Frommeyer hat schon in seiner Zeit als Polizeipräsident von Januar 2024 bis Juli 2026 in Gelsenkirchen viele Erfahrungen mit dem Thema Fußball gesammelt, wenn auch mitunter eine Liga tiefer, aber in einem ähnlich großen Stadion und nicht minder fußballbegeisterten Umfeld: „Als Polizei unterscheiden wir nicht nach Vereinsfarben, sondern ausschließlich zwischen friedlichem und strafbarem Verhalten. Wer Gewalt ausübt, andere dazu anstachelt oder Straftaten begeht, muss unabhängig von seiner Vereinszugehörigkeit mit einem konsequenten Einschreiten rechnen.“

Für den gebürtigen Dortmunder ist deshalb klar, dass Sicherheit rund um den Fußball zwar eine gemeinsame Aufgabe ist – aber eine mit klarer Ordnung. Frommeyer: „Die Vereine als Veranstalter sind für die Sicherheit im Stadion zuständig. Sie kennen ihr Stadion, ihre Fans und ihre Abläufe am besten. Meine Kolleginnen und Kollegen werden deshalb grundsätzlich nicht mehr unmittelbar im Veranstaltungsbereich präsent sein, sondern nur noch im Ausnahmefall.“

Das heißt konkret: Die Polizei Dortmund greift im Stadion nur noch ein, wenn es um die Abwehr von Gefahren für Leib und Leben geht oder wenn Straftaten ein sofortiges Handeln erfordern. Und es bedeutet auch, dass Events wie Fanmärsche im Normalfall nicht mehr von der Polizei begleitet werden. Frommeyer macht klar: „Das ist kein Rückzug. Das ist ehrliche Aufgabenteilung.“

Auch mit dem Leitenden Polizeidirektor (LPD) Achim Stankowitz, der u.a. der verantwortliche Polizeiführer der UEFA-Europameisterschaft 2024 am Spielort Dortmund war, hat Tim Frommeyer sich in seinen ersten Wochen in Dortmund bereits intensiv ausgetauscht. „Wir liegen dabei voll auf einer Wellenlänge“, sagt Stankowitz: „Auch, was die klare, repressive Linie gegen bekannte Störerinnen und Störer angeht. Denn auch das gehört zur Stadionallianz.“ Hier haben Stadionverbote, Platzverweise, Bereichsbetretungsverbote und Meldeauflagen eine zentrale Bedeutung als wirksame Instrumente.

Gleichwohl ist auch die Prävention bedeutend für das Gelingen des gemeinsamen Konzeptes. Dabei gewinnen u.a. die Einlasskontrollen an Bedeutung, insbesondere mit Blick auf Pyrotechnik. Stankowitz: „Hier sind die Veranstalter eindeutig in der Pflicht.“ Kern der Zusammenarbeit ist auch ein frühzeitiger, regelmäßiger Informationsaustausch und eine gemeinsame Lage- und Risikoeinschätzung: Zeichnen sich im Vorfeld Störungen ab, passen Veranstalter und Polizei ihre Konzepte rechtzeitig an.

Weitere Informationen zum Stadtteil „Hörde“: dortmund-lebt.de/tag/H%C3%B6rde

Quelle: www.presseportal.de

Mara Feldkamp ist seit mehreren Jahren als Reporterin für Sicherheits- und Einsatzthemen in Dortmund tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der transparenten Aufbereitung von Polizeimeldungen, Verkehrsunfällen und kriminalpräventiven Informationen für die Öffentlichkeit. Mit ruhiger Stimme, klaren Worten und präziser Recherche begleitet sie regelmäßig Einsätze der Dortmunder Polizei – ob vor Ort an Unfallstellen, bei Pressebriefings oder bei Großlagen im Stadtgebiet. Dank ihrer strukturierten Arbeitsweise gilt sie als verlässliche Schnittstelle zwischen Einsatzkräften und Bürgerinnen und Bürgern.

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