Im Vorfeld des Brückenneubaus an der A45 müssen Versorgungsleitungen verlegt werden
Der Grund für die baulichen Vorbereitungen und Planungen ist der Neubau der A45-Brücke Martener Straße. In den Büros der Autobahn Westfalen und der beauftragten Arbeitsgemeinschaft (Arge) aus der Firma Echterhoff und Peter Gross Bau laufen nicht nur die Planungen zum konkreten Brückenbau zusammen, sondern auch zu Baustellenlogistik, Oberleitungsverlegung und vor allem zum Abriss. In wenigen Wochen geht es dann auch schon mit Arbeiten vor Ort los. So müssen Bäume und Gehölze weichen und Baustraßen angelegt werden.
„Die Umsetzung eines solchen Projektes in so kurzer Zeit ist sportlich und unser Zeitfenster für die eigentlichen Bauarbeiten über den Gleisen ist eng“, sagt Nadja Hülsmann, Leiterin der für den Bau verantwortlichen Außenstelle Hagen der Autobahn Westfalen. „Aber es ist wichtig, dass wir die parallel laufenden Arbeiten der Bahn und die damit stillgelegten Gleise jetzt nutzen, denn die nächste Sperrzeit hätte erst Mitte der 30er Jahre wieder zur Verfügung gestanden. Zu spät für diese angegriffene Brücke.“
Strom- und Wasserleitungen auf der Martener Straße
An der Martener Straße gibt es zusätzliche Herausforderungen: Hier liegen Strom- und Wasserleitungen so im Baufeld, dass sie im Vorfeld des Brückenneubaus weichen müssen. Aus diesem Grund geht es an der Martener Straße mit den Baumaßnahmen bereits im November los. „Dann wird DONETZ in diesem Bereich Versorgungsleitungen umlegen“, erklärt Johanna Winter, Baustellenkoordinatorin im Tiefbauamt der Stadt. Bis Anfang April 2027 die Sperrung für den Brückenabriss ansteht, kommen unter der Brücke nur noch Busse, Stadtbahn und Rettungsdienste durch. „Der Individualverkehr wird ab Anfang November umgeleitet“, so Winter. Hier laufen die Planungen der Umleitungsplanung.
Dynamisches Nachsteuern bei der Verkehrsplanung
Die Mobilitätsplanung im Stadtplanungs- und Bauordnungsamt der Stadt Dortmund hat mit Daten eines vorliegenden Verkehrsmodells bereits erste Auswirkungen der Sperrungen analysiert, um auf Grundlage der so ermittelten Verkehrszahlen die Umleitungsverkehre planen und im besten Fall steuern zu können. Besonders in den Blick geraten dabei Ampelanlagen oder auch Einmündungen ohne Lichtsignalanlage, die mit höheren Verkehrsmengen belastet werden. „Hier müssen wir prüfen, ob Optimierungsmaßnahmen erforderlich sind“, sagt Andreas Meißner, Leiter des Geschäftsbereichs Mobilitätsplanung der Stadt Dortmund. Wichtig sei dabei, dass Verkehr sich immer dynamisch verhalte. „Ist eine Ausweichstrecke überlastet, suchen sich die Verkehrsteilnehmenden eine neue Route. Wenn es zu Konflikten zum Beispiel in Wohngebieten kommt, muss gegebenenfalls nachgesteuert werden.“
Ein Konfliktpunkt könnten weitere Baustellen im Umleitungsnetz sein. Hier will die Stadt Vorsorge treffen und nach Möglichkeit „Baustellenfreiheit“ beschließen. „Einen solchen Beschluss gab es schon einmal zur Europameisterschaft, und wir haben gute Erfahrungen damit gemacht“, sagt Johanna Winter. Eine entsprechende Vorlage soll in die Ratssitzung im November eingebracht werden.
Umleitungsplanung unter ganz anderen Voraussetzungen läuft parallel bei DSW21. Der Betreiber von Bus und Stadtbahn muss durch die Komplett-Sperrung der Martener Straße ab April 2027 Buslinien umleiten und einen Teil der Stadtbahnlinie U44 ersetzen. „Wir wollen für die Zeit der Sperrung einen eigenen Fahrplan aufstellen und nicht nur einzelne Linien ersetzen“, erklärt Lars Hirschfeld, Leiter Verkehrsplanung und -management bei DSW21. „Unser Ziel ist es, Mehrfachumstiege zu vermeiden“. Das heißt, dass Linien zum Teil verlängert werden, um bessere Umstiegsmöglichkeiten zu schaffen. Ziel ist, den ÖPNV-Nutzenden weiterhin gute Angebote für die Erreichbarkeit zum Beispiel der Universität oder des Technologieparks zu machen.
Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) stimmt derzeit Ersatzkonzepte für die einzelnen Regionen mit allen beteiligten Akteuren ab. Oberstes Ziel ist es, die Auswirkungen für die Fahrgäste so gering wie möglich zu halten. Es sei aber davon auszugehen, dass anstehende Veranstaltungen und Freizeitverkehre im Zeitraum der Einschränkungen erheblich in der An- und Abreise betroffen sein werden. Über die konkreten Auswirkungen der Bahn-Strecken-Sperrung zwischen Dortmund und Duisburg werden der VRR und die DB InfraGo als Infrastrukturbetreiber zusammen mit den betroffenen Eisenbahnverkehrsunternehmen zu gegebener Zeit kommunizieren.
Für die IHK zu Dortmund stehen eine leistungsfähige Verkehrsführung und abgestimmte Umleitungsstrategien für den Güterverkehr im Mittelpunkt. Dafür müssen alle Akteure eng zusammenarbeiten, denn die die IHK möchte ihren Mitgliedsbetrieben bei der Bewältigung logistischer Probleme bestmöglich zur Seite stehen. Die Erfahrungen aus vergleichbaren Situationen zeigen, dass die Erreichbarkeit für Mitarbeitende ebenfalls eine hohe Priorität genießt. „Deshalb gibt es nicht die eine Lösung für alle, sondern vielfältige Strategien, wie eine solche Herausforderung gemeistert werden kann“, sagt der stellvertretende IHK-Hauptgeschäftsführer Wulf-Christian Ehrich. „Das Thema Mobilitätsmanagement ist bei uns fest verankert, und hier können wir unsere Mitgliedsunternehmen aktiv unterstützen.“
Die wichtigsten Termine auf einen Blick:
- ab November 2026: Sperrung Martener Straße (ausgenommen Busse, Bahn, Rettungsdienst)
- ab 5. April 2027: Sperrung Martener Straße für Gesamtverkehr
- ab 28. April 2027: Sperrung A45 zwischen Autobahnkreuz Dortmund-West und der Anschlussstelle Dortmund-Hafen
- 9. Juli bis 15. Oktober 2027: Sperrung Bahnverkehr zwischen Duisburg und Dortmund
Alle wichtigen Informationen der Autobahn Westfalen sowie Links zu den weiteren Beteiligten:
Projekt-Detail | Die Autobahn GmbH des Bundes
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
