Dortmund setzt am Flaggentag ein Zeichen für Frieden und gegen Atomwaffen

Gemeinsam mit Vertreterinnen der IPPNW e. V. (Internationale Ärzt*innen für die Verhütung des Atomkrieges / Ärzt*innen in sozialer Verantwortung) sowie der Deutsch-Japanischen Gesellschaft Dortmund erinnerte die Stadt an die Bedeutung nuklearer Abrüstung und einer friedlichen Konfliktlösung.

Als Zeichen der Mahnung und der Solidarität wurde die Friedenssäule mit einem schwarzen Stoffband umwickelt. In ihren Ansprachen erinnerten die Beteiligten an die Verantwortung der internationalen Gemeinschaft, sich für Frieden, Verständigung und nukleare Abrüstung einzusetzen.

Luftalarm, Zerstörung und ständige Unsicherheit auch in der Partnerstadt Schytomyr

Wie unmittelbar sich Krieg auf das Leben der Menschen auswirkt, wurde erst kürzlich bei einer Delegationsreise der Stadt Dortmund in ihre ukrainische Partnerstadt Schytomyr deutlich. Die Eindrücke vor Ort haben eindringlich gezeigt, was es bedeutet, wenn Frieden nicht mehr selbstverständlich ist und der Alltag von Luftalarm, Zerstörung und ständiger Unsicherheit geprägt wird.

Bürgermeister Norbert Schilff betonte: „Frieden ist keine Selbstverständlichkeit mehr. Das erleben wir täglich in den Nachrichten. Die Eindrücke der Dortmunder Delegation aus unserer Partnerstadt Schytomyr haben uns zudem eindringlich vor Augen geführt, was es bedeutet, wenn Menschen ihren Alltag unter der ständigen Bedrohung eines Krieges gestalten müssen. Gerade deshalb tragen wir als Städte Verantwortung, für Frieden, Dialog und Verständigung einzutreten. Der Flaggentag der Mayors for Peace erinnert uns daran, dass nukleare Aufrüstung keine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit sein kann. Unser gemeinsames Ziel muss eine Welt bleiben, in der Konflikte nicht mit Waffen, sondern durch Dialog und internationale Zusammenarbeit gelöst werden.“

Hintergrund: Flaggentag

Der Flaggentag der Mayors for Peace erinnert jährlich an das Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996. Darin wurde festgestellt, dass die Androhung und der Einsatz von Atomwaffen grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstoßen. Gleichzeitig bekräftigte das Gericht die Verpflichtung aller Staaten, Verhandlungen über eine vollständige nukleare Abrüstung zu führen und zum Abschluss zu bringen.

Diese Forderung hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Nach Schätzungen des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI verfügen die neun Atomwaffenstaaten weiterhin über rund 12.000 Atomsprengköpfe. Friedensforscher*innen warnen zudem vor einer neuen Dynamik des atomaren Wettrüstens.

Chronik der lokalen Friedensarbeit an die Stadt übergeben

Ein Beitrag zur Erinnerungskultur und zur lokalen Friedensarbeit ist auch eine von Dr. Jürgen Huesmann (IPPNW e. V. ) erstellte Friedenschronik. Die Chronik dokumentiert die Entwicklung der Friedensbewegung in Dortmund seit 1980 in Form einer Synopse: Weltpolitische Ereignisse werden dabei Dortmunder Aktivitäten und Initiativen gegenübergestellt. So macht die Chronik sichtbar, wie internationale Entwicklungen die Friedensarbeit vor Ort geprägt haben und welche Impulse aus Dortmund entstanden sind.

Dr. Huesmann hat 50 Exemplare der Friedenschronik drucken lassen. Ein Exemplar wurde bereits dem Stadtarchiv Dortmund zur Verfügung gestellt, weitere Exemplare werden an Unterstützer*innen und Mitglieder der Friedensbewegung weitergegeben. Im Rahmen des Flaggentages hat Dr. Huesmann die Chronik auch an Bürgermeister Norbert Schilff überreicht.

Hintegrund: Mayors for Peace

Die Organisation Mayors for Peace wurde 1982 vom Bürgermeister von Hiroshima gegründet. Das weltweite Städtenetzwerk setzt sich für die Abschaffung von Atomwaffen sowie für eine Kultur des Friedens ein. Heute gehören ihm mehr als 8.500 Städte in 166 Ländern an, darunter 931 Städte in Deutschland. Rund 600 deutsche Mitgliedskommunen beteiligen sich in diesem Jahr am Flaggentag und setzen ein gemeinsames Zeichen für Frieden und nukleare Abrüstung.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert