Rangerinnen und Ranger sind jetzt in Dortmunds Natur- und Landschaftsschutzgebieten unterwegs

Freilaufende Hunde in Brutgebieten, Mountainbikes auf sensiblen Wiesenflächen, illegale Feuerstellen oder wilde Müllablagerungen: All das sind Fälle für die Rangerinnen und Ranger des Umweltamtes. Sie informieren die Spaziergänger*innen und Erholungssuchenden über die Besonderheiten der Dortmunder Schutzgebiete, beantworten Fragen und werben für einen rücksichtsvollen Umgang mit Pflanzen, Tieren und Lebensräumen. Dabei erklären sie bei Bedarf auch die Hintergründe bestehender Regelungen, die sich aus dem Landschaftsplan sowie der Bundes- und Landesnaturschutzgesetzgebung ergeben, und achten darauf, dass diese Regeln eingehalten werden.

„Unsere Schutzgebiete sind wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Das haben viele gar nicht auf dem Schirm, wenn sie in Dortmunds Natur unterwegs sind und Erholung suchen“, sagt Umweltdezernent Stefan Szuggat. „Aber in diesen Gebieten steht die Natur und deren Schutz klar im Vordergrund. Gleichzeitig möchten wir, dass die Menschen diese Natur erleben und verstehen können. Ranger haben wir eingeführt, weil sie uns helfen, die Gebiete im Blick zu behalten. Aber auch weil sie Wissen vermitteln und für mehr Verständnis sorgen können. So können sie Konflikte zwischen Naturschutz und Erholung im besten Fall frühzeitig vermeiden“. 

Dortmund hat viel Natur zu bieten

Dortmund verfügt über 35 Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von rund 2.700 Hektar – eine Fläche, in die der Westfalenpark 38,5-mal hineinpassen würde. Zusammen mit weiteren geschützten Landschaftsschutzgebieten stehen mehr als zehn Prozent des Stadtgebietes unter besonderem Schutz. Die Rangerinnen und Ranger arbeiten in Zweierteams zu verschiedenen Tageszeiten – auch abends und teilweise an Wochenenden. Sie sind in allen Schutzbereichen unterwegs. Zu erkennen sind die Rangerinnen und Ranger an ihrer einheitlichen braunen Kleidung.

Jedes Team verbindet Verwaltungskompetenz mit naturwissenschaftlichem Fachwissen aus den Bereichen Forstwissenschaften oder Biologie mit dem Schwerpunkt Ökologie. Ihr Arbeitsstart im Juni fällt genau in die Jahreszeit, in der die Zahl der Natursuchenden in den Schutzgebieten besonders hoch ist. Die Arbeit der Ranger und ihre Präsenz vor Ort sind gerade jetzt besonders wichtig.

Information, Prävention und Kontrollen

Die Rangerinnen und Ranger nehmen insbesondere Orte und Themen in den Blick, zu denen im Umweltamt regelmäßig Hinweise oder Beschwerden eingehen. Neben freilaufenden Hunde und Mountainbikes abseits ausgewiesener Wege sind das etwa wildes Campen, illegale Feuerstellen oder das Sammeln von Bärlauch in Schutzgebieten.

Kleine Störungen mit großen Folgen

Die Ranger*innen erklären dann zum Beispiel, warum in sensiblen Bereichen Leinenpflicht besteht, welchen Sinn Weggebote haben oder warum es in Naturschutzgebieten keine Mülleimer gibt: Freilaufende Hunde können zum Beispiel Bodenbrüter aufscheuchen und deren Nachwuchs gefährden. Das Betreten geschützter Wiesenflächen kann Gelege zerstören. An Gewässern können Krankheitserreger wie die Salamanderpest verbreitet werden. Das Befahren sensibler Flächen mit Fahrrädern kann wertvolle Lebensräume beeinträchtigen und Bodenstrukturen nachhaltig schädigen.

Veränderungen in Schutzgebieten frühzeitig erkennen

Zu den Aufgaben der Rangerinnen und Ranger gehört es außerdem, Veränderungen in den Schutzgebieten zu beobachten und zu dokumentieren. Entdecken sie beispielsweise illegale Müllablagerungen, neu angelegte Trampelpfade durch sensible Bereiche oder Hinweise auf Eingriffe in geschützte Lebensräume, können sie unmittelbar reagieren und weitere Maßnahmen anstoßen – bis hin zur Einleitung ordnungsrechtlicher Verfahren. Darüber hinaus beobachten sie die Entwicklung von Tier- und Pflanzenarten sowie von Biotopen und Lebensräumen. Die gewonnenen Erkenntnisse helfen dabei, wertvolle Naturbereiche gezielt zu schützen und langfristig zu pflegen.

Natur erleben und verstehen

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Umweltbildung. Die Rangerinnen und Ranger werden künftig auch Führungen und weitere Veranstaltungen begleiten. Ziel ist es, Naturzusammenhänge verständlich zu vermitteln, das Bewusstsein für den Schutz der heimischen Artenvielfalt zu stärken und die Natur direkt vor der eigenen Haustür erlebbar zu machen.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert