Dortmund berät ÖPNV-Strategie bis 2035
Das Konzept heißt „Dortmund und die Region: Nach innen und außen vernetzte Stadt“ und ist Teil des „Masterplans Mobilität 2030“. Mit der vorgeschlagenen Strategie will die Stadt den ÖPNV stärken und die Mobilität in Dortmund nachhaltiger, effizienter und sozial gerechter gestalten. Dafür sollen Pkw-Fahrten auf umweltfreundliche Verkehrsmittel, insbesondere Bus und Bahn, verlagert werden. Die Stadtgesellschaft hat an der Strategie mitgewirkt: Die Dortmunder*innen beteiligten sich in Dialogveranstaltungen, im Arbeitskreis Masterplan Mobilität 2030, in Workshops mit Akteur*innen und bei einer Online-Befragung.
Das Ziel: 28 Prozent ÖPNV-Anteil, 190 Millionen Fahrgäste
Ziel ist es, den Anteil des ÖPNV am Gesamtverkehr (Modal Split) bis 2035 von knapp 22 Prozent (gemessen im Jahr 2019) auf 28 Prozent zu steigern. Gleichzeitig soll der sogenannte Umweltverbund – bestehend aus ÖPNV, Rad- und Fußverkehr – künftig etwa zwei Drittel aller Wege der Dortmunder*innen ausmachen.
Um dieses Ziel zu erreichen, muss das Angebot an Bussen und Bahnen deutlich ausgeweitet werden. Die jährlichen Fahrgastzahlen sollen von derzeit rund 120 Millionen auf bis zu 190 Millionen steigen. Dafür muss allerdings umfassend in Infrastruktur, Fahrzeuge, Personal und Servicequalität investiert werden. Mit den bisherigen Finanzierungssystemen ist das nicht zu erreichen.
Besseres, vernetztes Bus- und Bahnnetz
Das Konzept umfasst eine Vielzahl konkreter Punkte zum ÖPNV:
- Nahverkehr auf der Schiene ausbauen und besser regional anbinden
- Stadtbahnnetz weiterentwickeln
- Busnetz leistungsfähiger machen und klar strukturieren
- Angebote in den Abend- und Nachtstunden verbessern
- barrierefreie Haltestellen und moderne Informationssysteme ausbauen
- Konzept für Mobilstationen in Dortmund: sogenannte Mobilitätsknotenpunkte sollen verschiedene Verkehrsmittel besser miteinander verknüpfen
- neue flexible Angebote wie On-Demand-Verkehre schaffen
- Bussen und Bahnen schneller und zuverlässiger machen
Zusätzlich spielen Digitalisierung, Automatisierung und klimaneutrale Antriebstechnologien eine zentrale Rolle.
Erreichbarkeit per Schiene ist eine der Stärken
Die Analyse zeigt, dass der ÖPNV in Dortmund bereits heute gut angenommen wird. Insbesondere das Angebot der Stadtbahnen, die Vielzahl an S-Bahn und Regionalbahn-Haltepunkten sowie die Erreichbarkeit innerhalb der Stadt sind Stärken. Verbesserungsbedarf besteht vor allem bei der Angebotsqualität in Randzeiten, der Barrierefreiheit sowie bei der Vernetzung mit anderen Verkehrsmitteln wie dem Fahrrad. Auch die Informations- und Servicequalität soll weiter ausgebaut werden.
Der nächste Schritt: Nahverkehrsplan neu aufstellen
Der Aufwand, finanziell wie personell ist erheblich: Hohe Investitions- und Betriebskosten fallen an für Personal, Fahrzeuge und Energie. Fahrgeld-Einnahmen decken derzeit nur rund 63 Prozent der Kosten, der Rest wird querfinanziert. Das Verkehrsdefizit von DSW21 stieg in den zurückliegenden fünf Jahren um über 60 Prozent auf knapp 100 Mio. Euro (2025). Eine dauerhafte Ausweitung des Angebots ist unter der bestehenden Finanzierungsstruktur nicht möglich. Insbesondere für den Ausbau und Betrieb des ÖPNV werden zusätzliche Mittel benötigt.
Auf Grundlage der ÖPNV-Strategie bis 2035 wird die Stadt ihren Nahverkehrsplan neu aufstellen, um die kurz- und mittelfristigen Projekte zu konkretisieren. Bestehende Projekte sollen weiter vorangetrieben und schrittweise realisiert werden.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
