Die Eisadler Dortmund sind in das erste Doppelspielwochenende der Saison mit einem Sieg gegen die Lauterbach Luchse gestartet (4:3). Dabei bereitete ihnen der Gegner allerdings große Probleme, bis zur letzten Sekunde blieb der Sieg hart umkämpft. Erstes Heimspiel an einem Freitag für die Eisadler Dortmund in der Saison 26/27: Dafür reisten die Lauterbach Luchse aus Hessen an, die nach einigen Jahren in der Regionalliga Ost wieder in der Regionalliga West beheimatet sind. Das wollten sich insgesamt 1.852 Fans nicht entgehen lassen und sorgten für eine tolle Kulisse. Co-Trainer Jeff Job zollt dem Gegner Respekt: „Lauterbach ist immer sehr interessant, weil sie viel kämpfen, viel stören und sich oft einen entscheidenden Unterschied herausspielen.“ Die Partie begann jedoch mit einem Knall, der zunächst eine Eisadler-Dominanz erwarten ließ: Nach 1:14 Minuten versenkte Brazda (91) nach Vorlage von Kryvorutskyy und Herbold den Puck im Tor der Luchse. In den Folgeminuten erarbeiteten sich allerdings auch die Lauterbacher erhebliche Spielanteile und die Begegnung nahm an Fahrt auf. Klar wurde nun: Keine Eisadler-Dominanz, aber ein Topspiel mit hohem Unterhaltungsfaktor – Lauterbach kämpfte und störte viel. Reichlich Chancen gab es für beide Seiten, beide Goalies hatten einiges zu tun und konnten jeweils ihre Top-Qualitäten unter Beweis stellen: Schüsse von Chukarov (13) und Klingsporn (57) landeten in den Armen des Lauterbacher Torwarts, Oster (1) parierte zwei Schüsse der Luchse mit Bravour. Nach 8:04 Minuten war allerdings auch Oster machtlos, als die Lauterbacher in einer 2-gegen-1-Situationen auf sein Tor zuliefen. Den ersten Schuss konnte er noch blocken, auch einen zweiten konnte er abwehren, bevor der Puck endgültig an ihm vorbei ins Tor zum Ausgleichstreffer geschoben wurde. Der Treffer pushte den Gegner und in der Folgezeit waren die Luchse tonangebend. Mit etwas Glück überstanden die Eisadler die Unterzahl nach einer 2-Minuten-Strafe für Klingsporn (57), fanden jedoch mit unkonzentriertem Aufbau, Passfehlern und schwachem Deckungsspiel nicht zurück ins Spiel. Auch ein eigenes Powerplay konnte nicht verwertet werden, bevor Lauterbach eine Strafe gegen den Eisadler Krebietke (19) zum Führungstreffer zum 1:2 nutzen konnte. Mit diesem Stand ging es auch in die erste Pause. „Wir sind gut ins Spiel gekommen, aber haben das erste Drittel zu offen gespielt,“ fasst Job die ersten 20 Minuten nüchtern zusammen. In der Kabine dürften die Trainer deutliche Worte gefunden und der Mannschaft klare Vorgaben mitgegeben haben, denn im zweiten Drittel fanden die Eisadler wieder besser ins Spiel zurück. Mit besserem Positionsspiel – offensiv wie defensiv – begegneten die Dortmunder den Gästen geordneter. Obwohl die Luchse nun die Zweikämpfe aggressiver führten und die Eisadler aus der Reserve locken wollten, schaffte es das Team von Colin Long, sich zu befreien: Nach 22:35 Minuten fasste sich Schmitz (3) ein Herz, zielte aus halblinker Position präzise ab und versenkte den Puck oben links im Lauterbacher Tor zum Ausgleichstreffer. In den folgenden Spielminuten gestalteten die Eisadler das Spiel und erarbeiteten sich eine ganze Reihe an Chancen. Auch die Statistik spricht eine klare Sprache: 17:7 Torschüsse in diesem Drittel. Doch für die Eisadler war kein Durchkommen und so ging es mit einem dem Spielverlauf entsprechenden Unentschieden in die entscheidende Phase. Jeff Job kommentiert: „Lauterbach hat ein sehr gutes Spiel gezeigt, sie haben sehr körperlich gespielt und haben ein besseres System als Neuss letzte Woche gespielt. Wir haben gegen Lauterbach hart gearbeitet und die Jungs müssen im Kopf haben: Wir müssen mental stark sein.“ Dementsprechend druckvoll kamen die Eisadler aus der Pause und belohnten sich nach 43:03 Minuten für ihre Arbeit: Im Powerplay nutzte Klingsporn eine Unaufmerksamkeit der Lauterbacher Defense aus und traf aus der zweiten Reihe ins rechte obere Eck zur 3:2-Führung. Die Dortmunder Spieler und Fans waren nun angezündet und wollten mehr sehen. Die Lauterbacher stemmten sich entschieden dagegen und hatten durchaus auch Glück – das teilweise harte Einsteigen der Luchse wurde nicht immer vom Schiedsrichtergespann geahndet. Im Gegensatz dazu wurde den Luchsen ein Penalty nach 53:15 Minuten zugesprochen, nachdem Mannes (25) in einem Zweikampf vor dem Eisadlertor seinen Gegenspieler bedrängt und zum Fallen gebracht hatte. Der Penalty wurde verwandelt und schien den Lauterbachern wieder Aufwind zu geben: Lauterbach hatte in den folgenden Minuten Zug zum Tor von Oster und war nun wieder im Spiel. Mitten in dieser schwierigen Phase waren es nun aber die Eisadler, die mit körperlicher und mentaler Stärke dagegenhielten und die Partie abermals drehen konnten. Angepeitscht von den Rufen der Fans spielte Dortmund sich in einen Rausch, der sich in dem 4:3-Siegtreffer entlud: Nach Vorlage von Chukarov und Seto verwandelte Kragh (21) mit seinem Treffer die Eissporthalle in ein Tollhaus. Nach einigen Minuten der Anspannung kochten kurz vor Ende die Emotionen auf dem Eis hoch und je zwei Spieler beider Mannschaften wurden wegen übertriebener Härte auf die Strafbank geschickt. Lauterbach spielte mit sechs Feldspielern das Spiel zu Ende, konnte jedoch keinen entscheidenden Druck mehr aufbauen – Sieg für die Eisadler! Job wertet den Penalty als Knackpunkt der Partie: „Wir haben den Penalty gekriegt und den Ausgleich kassiert. Aber die Mannschaft wollte unbedingt gewinnen und so haben wir sofort wieder das 4:3 gemacht. Am Ende haben wir das Spiel stark runtergespielt.“ Nach dem hart erarbeiteten Sieg richtet sich der Blick direkt auf das Sonntagsspiel gegen die Dinslakener Kobras (auswärts in Dinslaken, Bully um 19:00 Uhr). Für Sonntag schätzt Job die Lage wie folgt ein: „Dinslaken ist ein Gegner, gegen den wir nie leichte Spiele haben. Sie haben keinen richtigen Ausnahmespieler, sondern sind ein hart arbeitendes Team. Am Sonntag wollen wir beweisen, dass wir uns die drei Punkte in Dinslaken verdient haben.“
Hart umkämpfte Partie: Eisadler Dortmund gewinnen 4:3 gegen Lauterbach Luchse (1:2, 1:0, 2:1)
