Stadt kauft Problemhäuser und gibt sie in gute Hände weiter

Geförderter Fonds erweitert Handlungsspielraum in der Nordstadt

Bereits seit 2016 gehen verschiedene Stellen der Stadt Dortmund gemeinsam gegen städtebauliche Problemimmobilien in der Nordstadt vor. Dabei geht es um Wohnhäuser, die sich durch bauliche Verwahrlosung, Leerstand oder eine nicht angemessene Nutzung kennzeichnen und die negativ auf ihr Umfeld ausstrahlen. Von der Einsturzgefahr bis zur illegalen Nutzung durch Kriminelle können diese Häuser zudem konkrete Risiken mit sich bringen. Für rund 100 solcher Immobilien hat die Stadt in den vergangenen zehn Jahren eine positive Entwicklung eingeleitet. Die langjährige Erfahrung der Stadterneuerung zeigt dabei: In vielen Fällen lässt sich erst nach einem Eigentümer*innen-Wechsel eine Lösung herbeiführen.

Um hier künftig mehr Handlungsspielraum zu haben, möchte das Amt für Stadterneuerung in enger Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Liegenschaften einen kommunalen Entwicklungsfonds einrichten. Für die nächsten Jahre wird dieser mit 865.000 Euro ausgestattet sein und ausschließlich dem Ankauf von Problemimmobilien dienen.

Das mag zunächst nach wenig klingen – doch jeder Verkauf führt zu Einnahmen, die zurück in den Fonds fließen und so neue Ankäufe ermöglichen. Ziel ist es, auf diese Weise bis 2030 etwa acht weitere Immobilien zu erwerben und weiterzuverkaufen. Für 70 Prozent der Kosten, denen keine oder keine ausreichenden Einnahmen gegenüberstehen, liegt bereits eine Förderzusage der Städtebauförderung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen vor. Den Vorschlag zur Einrichtung des Entwicklungsfonds legt die Verwaltung dem Rat nun zum Beschluss vor.

Nicht der Preis entscheidet, sondern das Konzept

Die Stadt hat mehrere Möglichkeiten, Problemimmobilien zu erwerben: über ihr Vorkaufsrecht etwa im Sanierungsgebiet „Südliches Nordmarktquartier“, bei Zwangsversteigerungen oder auch ganz frei auf dem Immobilienmarkt. Die angekauften Häuser sollen aber nicht lange im Besitz der Stadt bleiben. Stattdessen will die Verwaltung sie unsaniert an verantwortungsvolle Investor*innen weiterverkaufen, deren Pläne zur Stärkung der Nordstadt beitragen. Deshalb soll in sogenannten Konzeptverfahren nicht das höchste Gebot über den Zuschlag entscheiden, sondern das beste Konzept. Die Qualität der Sanierung und der geplanten Nutzung soll also den Ausschlag geben für den Grundstücksverkauf – nicht das meiste Geld. Der Verkauf erfolgt dann zum Verkehrswert.

Dieses Verfahren gibt einem breiteren Spektrum an Bewerber*innen Chancen auf den Zuschlag und erlaubt mehr Kreativität, Vielfalt und Nachhaltigkeit in den Planungen. Gleichzeitig wird über das Bewerbungsverfahren immer die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bieter*innen geprüft, damit wirklich eine langfristige Perspektive entsteht. In den Kaufverträgen werden die vereinbarten Pläne für jedes Gebäude genau festgehalten. In einzelnen Fällen von Nordstadt-Problemimmobilien hat sich die Konzeptvergabe in der Vergangenheit bereits bewährt – nun soll sie verstärkt zum Einsatz kommen.

Nordstadt stärken – Haus für Haus

Das gezielte Vorgehen gegen Problemimmobilien ist Teil eines ganzen Bündels von Maßnahmen, mit denen die Stadterneuerung den privaten Gebäudebestand in der Nordstadt in den Blick nimmt. Unter dem Motto „Nordstadt stärken – Haus für Haus“ wendet sie darüber hinaus das städtebauliche Sanierungsrecht im Südlichen Nordmarktquartier an und ermöglicht bis zu 50-prozentige Zuschüsse für Gestaltungen aus dem Hof- und Fassadenprogramm.

Beratung rund um ihre Modernisierung erhalten Immobilieneigentümer*innen durch das Quartiersmanagement Nordstadt, das im Auftrag der Stadterneuerung arbeitet.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

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