Drei Werke von Sabine Oecking hängen jetzt in den Büroräumen von Alexander Kalouti. Der Oberbürgermeister hat die Arbeiten persönlich im Atelier der Dortmunder Künstlerin ausgewählt. Sabine Oecking engagiert sich für die Kunstszene im regionalen Verband, sie ist 1. Vorsitzende des BBK Westfalen e.V., zudem stellt sie regelmäßig in Galerien und auf Kunstmessen aus.
Für Oecking ist das eine besondere Anerkennung: „Sehr aufregend. Eine Premiere. Zum ersten Mal darf ich beim Oberbürgermeister drei meiner Bilder zeigen.“ Oberbürgermeister und Kulturdezernent Alexander Kalouti, der eigentlich eine Vorliebe für gegenständliche Malerei hat und unter anderem den Maler Edward Hopper schätzt, war von den intensiven abstrakten Bildern sofort fasziniert. „Ich bin niemand, der Kunst nur über die Ratio wahrnimmt. Sie muss mich emotional erreichen“, sagt er. Bei Oeckings Arbeiten war das sofort der Fall, besonders faszinierte ihn das Zusammenspiel von heller Farbwirkung und der eher dunklen Grundierung.
Farbe, Struktur und bewusst gesetzte Unregelmäßigkeiten
Oecking arbeitet mit Farbe, Struktur und dem Wechselspiel von Ordnung und Chaos. Seit einigen Jahren beschäftigt sie sich besonders mit dem Thema Glück. In ihrer Serie „Glück und Leben“ kombiniert sie Sprühlack mit Tusche und Acryl. Farbige Punkte und ihre Schatten lassen die Arbeiten dreidimensional wirken. „Ich liebe es, mit Formen und Farben zu spielen. Ich bin neugierig und experimentiere viel“, beschreibt Oecking ihren künstlerischen Ansatz. Schablonen geben ihren Bildern wiederkehrende Strukturen. Kleine Abweichungen und Unregelmäßigkeiten machen jedes Werk einzigartig. Für die Künstlerin sind diese Imperfektionen Teil des Konzepts: „Das ist wie im richtigen Leben. Wie bei Schönheit und Glück gibt es nie 100 Prozent Perfektion.“
Sabine Oecking wurde 1965 in München geboren. Schon als Kind entwickelte sie ihr zeichnerisches und gestalterisches Talent. Ihr Vater malte, ihre Mutter war Goldschmiedin. Beruflich schlug sie zunächst einen anderen Weg ein und machte Karriere in der internationalen IT-Branche. Seit 2013 widmet sie sich wieder ganz der Malerei. Studienaufenthalte an der Kunstakademie Bad Reichenhall und die Zusammenarbeit mit Künstlern wie Christian Awe und Professor Adam Jankowski prägten ihre künstlerische Entwicklung.
Kunstförderung bringt Werke zu den Menschen
In Dortmund hat Kunstförderung eine lange Tradition: Seit mehr als 70 Jahren kauft die Stadt Dortmund Werke von Künstler*innen aus Dortmund an. Der städtische Kunstankauf fördert die lokale Kunstszene und erweitert zugleich die städtische Sammlung. Die angekauften Werke stehen anschließend über die Kunst Aus(leihe) Dortmund Bürger*innen zur Verfügung. Mehr als 2.500 Arbeiten – von Malerei und Zeichnung bis zu Skulpturen – können für drei bis zwölf Monate ausgeliehen und zu Hause oder im Büro betrachtet werden. Sabine Oecking schätzt diese Form der Förderung, von der alle die Bürger*innen profitieren: „Dortmund hat da ein ziemlich einmaliges Programm. Man kann als Privatmensch für super wenig Geld die tollsten Werke von Künstler*innen aus der Stadt mit nach Hause nehmen, ins Büro nehmen und eine ganze Weile mit ihnen leben.“
Für die Ausleihe benötigen Bürger*innen einen Ausweis der Stadt- und Landesbibliothek. Die Werke können online ausgewählt und reserviert und anschließend in der Artothek abgeholt werden. Mehr Infos: Kunst Aus(leihe) Dortmund
Seit 2025 können auch Unternehmen und Gewerbetreibende mit der „Galerie auf Zeit“ Kunst aus Dortmund in ihren Räumen präsentieren. So bringt die Stadt Werke aus ihrer Sammlung direkt zu den Menschen und macht die Vielfalt der Dortmunder Kunstszene sichtbar. Mehr Infos: Kunst Aus(Leihe) Galerie auf Zeit
Jetzt noch Werke einreichen: Professionelle Künstler*innen können noch bis zum 30. September 2026 ihre Werke digital für den städtischen Kunstankauf 2026 einreichen. Erstmals können nicht nur Einzelkünstler*innen, sondern auch Duos ihre Werke einreichen. Die angekauften Kunstwerke können dann auch später aus der Kunst Aus(leihe) Dortmund ausgeliehen werden:
Kunst Aus(leihe) Dortmund, Artothek der Stadt- und Landesbibliothek, Max-von-der-Grün-Platz 1–3, Dortmund, Öffnungszeiten: dienstags, 10 bis 19 Uhr.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
