Broschüre zum 33. Tag des offenen Denkmals in Dortmund ab sofort erhältlich
Die Stadt Dortmund nimmt bereits zum 33. Mal an Deutschlands größter Denkmalveranstaltung teil. Das offizielle Programmheft ist ab sofort kostenlos an vielen Stellen im Stadtgebiet zu bekommen. Es bietet auf 96 Seiten einen umfassenden Wegweiser zu insgesamt 51 teilnehmenden Orten im gesamten Stadtgebiet.
„Dortmund ist eine Stadt, die sich immer wieder neu erfindet – und zugleich fest zu ihrer Geschichte steht“ – so bringt es Oberbürgermeister Alexander Kalouti im Grußwort der Programmbroschüre auf den Punkt. „Unsere Denkmäler erzählen davon: von Arbeit und Wandel, von Gemeinschaft und Aufbruch. Sie machen sichtbar, wo wir herkommen – und geben Orientierung für das, was vor uns liegt.“
Programmheft mit Mehrwert ist Sammlerstück
Das dichte Veranstaltungsprogramm mit Führungen, Kinderveranstaltungen, Konzerten sowie jeweils einer Rad- und Bustour ist ausführlich in der reich bebilderte Broschüre dargestellt. Daneben enthält sie aber auch vertiefende Aufsätze von sechs Expert*innen. Allein aufgrund dieser Textbeiträge genießt die Broschüre bei vielen Denkmalbegeisterten Sammlerwert und wird heiß erwartet.
Der Startschuss zum Tag des offenen Denkmals fällt in Dortmund bereits am Samstag, 12. September, mit der offiziellen Eröffnung im Nahverkehrsmuseum im ehemaligen Kokereibahnhof Mooskamp mit Oberbürgermeister Alexander Kalouti. Das Programm mit Musik, Talks, Snacks und Kaltgetränken startet um 17 Uhr. Ein historischer Eineinhalbdeckerbus bietet ab 16:15 Uhr einen Shuttle-Transfer von der Stadtbahn-Haltestelle Westerfilde zum Museum an (weitere Fahrten um 16:30 und 16:45 Uhr).
Motto passt gut zu Dortmund
Der Ort für die Eröffnung, der Bahnhof Mooskamp, verweist auf das Motto in diesem Jahr: „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“. Das Motto rückt historische Verbindungen aus den Bereichen Versorgung, Verkehr und Kommunikation in den Mittelpunkt. „Ein Motto, das gut zu Dortmund passt“, sagt Oberbürgermeister Alexander Kalouti. „Denn unsere Stadt ist seit jeher von Verbindungen geprägt: von Schienen und Straßen, Kanälen und Leitungen, von Industrie, Handel und Wissen – und vor allem von den Menschen, die all das möglich gemacht haben.“
Das Motto spiegelt sich an allen Orten und bei allen Führungen wider. So startet etwa am Samstag, 12. September, um 11 Uhr die Radtour „Auf den Spuren der Hoesch-Hafenbahn“. Ebenfalls am Samstag um 13, 14 und 15 Uhr gibt es eine technikgeschichtliche Führung und Fahrt mit der H-Bahn unter der Überschrift „Schwebend vernetzt“. Die vollautomatisch gesteuerte Großkabinen-Hängebahn, die 1984 in Dortmund erfunden wurde, gilt heute als Verkehrsmittel der Zukunft und wird ausgebaut. Das Verkehrsbauwerk soll künftig auch als Denkmal gewürdigt werden. Eine andere Führung widmet sich am Sonntag um 11 Uhr historischen Eisenbahnbrücken aus Stahl, die im Umfeld des Hauptbahnhofes und in der Nordstadt bereits seit rund 100 Jahren im Dienst sind.
Denkmäler sind Teil eines großen Netzes aus Erinnerungen, Erfahrungen und Geschichten. Sie zeigen, wie eng Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft miteinander verbunden sind. Ingmar Luther, Leiter der Unteren Denkmalbehörde bei der Stadt Dortmund, sagt: „Wenn wir Denkmäler erhalten, investieren wir nicht in Nostalgie – sondern in Identität, in Orientierung und in Lebensqualität. Bei besonderen Anlässen wie dem Tag des offenen Denkmals präsentieren und erklären wir die Denkmäler – authentisch und so nahbar und erlebbar, wie es nur geht. Möglich ist das nur mit den vielen Freiwilligen und Engagierten in dieser Stadt, die sich einbringen – auch das ist ein wichtiges Netzwerk.“
Kultur & Industrie im Hafen
Als Knotenpunkt von Straße, Schiene und Wasser laden der Dortmunder Hafen und das Alte Hafenamt (Anmeldung erforderlich) zu vielfältigen Führungen ein. Die Architektur des Hafenamtes mit Elementen der niederländischen Renaissance verweist auf die über Kanal und Ems zu erreichende Nordseeküste. Der Turm über dem Haupteingang erinnert zum Beispiel mit seinem Leuchtenaufsatz an einen Leuchtturm. Bereits 1898 waren Hafen und Hafenamt fertiggestellt. Feierlich eingeweiht wurde beides am 11. August 1899 durch Kaiser Wilhelm II. vor dem Hauptportal des Hafenamtes. Das eigens eingerichtete Kaiserzimmer hat er jedoch nie betreten.
Im Alten Hafenamt präsentiert der Fachbereich Design der FH Dortmund zudem die multimediale Kunstausstellung „AUFBRUCH. HAFENAMT. DORTMUND.“. Die Studierenden nutzen dafür fast alle Räume im Gebäude und haben sie eigens für diesen Anlass konzipiert. Der Hintergrund dazu: Während sich der Hafen – nicht nur in der Speicherstraße – auf den Weg in die Zukunft begeben hat, bleibt das Alte Hafenamt außen vor. Es wird saniert, doch kaum genutzt. Welches Leben könnte dort einziehen? Die Arbeiten präsentieren unterschiedliche Facetten des Übergangs, der Veränderung und des Neuanfangs und machen sie erfahrbar. Studierende aus den Bereichen Kommunikationsdesign, Fotografie, Film sowie Objekt- und Raumdesign entwickelten die Installationen, Fotografien und räumlichen Inszenierungen – am Tag des offenen Denkmals sind sie selbst vor Ort.
Verborgene Orte in der City
Ein echtes Highlight ist das seit dem Jahr 2000 leerstehende Lichtspielhaus Film Casino am Ostenhellweg, das sonst für die Öffentlichkeit geschlossen ist. Zum Tag des offenen Denkmals kann es am Sonntag um 12, 13 und 15 Uhr besichtigt werden (anmeldepflichtig). Es steht exemplarisch für die kulturellen Netzwerke der Nachkriegszeit sowie das gemeinschaftliche Erleben von Film und Stadtleben.
Erstmals dabei ist auch das ehemalige Hauptzollamt in der Hainallee 1, ein markantes Zeugnis der 1950er-Jahre-Architektur. Das Gebäude erinnert an die vielfältigen Aufgaben, die die Zollverwaltung einst von dort aus wahrnahm. Der Stahlbetonskelettbau mit seinem Fassadenraster aus blau-grauen Keramikfliesen und einem flach geneigten Walmdach ist ein wichtiges Zeugnis für die Architektursprache der 1950er Jahre in Dortmund.
Ausblick im Nordwesten: Industriekultur und IGA 2027
Auf der ehemaligen Kokerei Hansa startet am Sonntag ab 10 Uhr zu jeder vollen Stunde eine industriehistorische Führung. Um 10 Uhr und um 12:30 Uhr Uhr ist zudem eine Führung durch den neuen Kokereipark im Angebot. Zusammen mit dem Bahnhof Moospamp und dem Deusenberg bilden der Park und die Kokerei den Zukunftsgarten und sind einer von drei Hauptstandorten der Internationalen Gartenausstellung 2027 im ganzen Ruhrgebiet. Nach der IGA bleibt der Kokereipark erhalten, der neue grüne Verbindungen zwischen den Stadtteilen schafft.
Mittelalter & Moderne im Südosten
Auf dem Syberg können Besuchende die Ev. Kirche St. Peter sowie erstmals die ehemalige Burg Husen erkunden. Die erhöhte Lage der Burg verweist auf ihre frühere Einbindung in ein Netzwerk aus Schutz-, Kommunikations- und Verkehrswegen. In Aplerbeck locken stündliche Führungen durch die romanische Kreuzbasilika der Georgskirche sowie ein historischer Kostümspaß für Kinder im Wasserschloss Haus Rodenberg.
Neue Programmpunkte nach Redaktionsschluss der Broschüre
Erst nach Redaktionsschluss stand fest, dass das abwechslungsreiche Programm um (anmeldepflichtige) Führungen zu den aktuellen archäologischen Grabungen am Wasserschloss Haus Dellwig erweitert wurde.
Ebenfalls neu im Programm sind Führungen zur Geschichte eines niederdeutschen Hallenhauses, dem historischen Humannshof, aus dem Jahr 1849 in Derne.
Auch der Eigentümer der Villa Frieg in Löttringhausen bietet am Samstag und am Sonntag Führungen durch den Garten und dem Eingangsbereich der Villa an.
Ergänzungen, die nach Redaktionsschluss in das Programm aufgenommen wurden, sowie kurzfristige Programmänderungen und -erweiterungen werden fortlaufend auf der Website der Stadt Dortmund unter dortmund.de/denkmaltag aktualisiert.
Wichtig: Führungen schnell und vorher buchen!
Für viele Veranstaltungen und Sonderführungen muss man sich aufgrund begrenzter Kapazitäten online anmelden. Etliche Führungen werden auf großen Andrang stoßen, weil diese Orte sonst nur selten ihre Türen öffnen – z.B. durch das Film Casino, das Alte Hafenamt oder über den Skywalk auf PHOENIX-West. Die Anmeldefrist läuft vom 24. August bis zum 10. September 2026, jeweils montags bis donnerstags von 9 bis 14 Uhr, telefonisch unter 0231 95 29 65 83 oder per E-Mail an denkmaltag@stefan-nies.de.
Wo das Programm ausliegt
Die gedruckte Broschüre liegt ab sofort kostenlos im Rathaus, in der Tourist-Information (Kampstraße), in den Bezirksverwaltungsstellen, den DSW21-Kundencentern und in den Bibliotheken aus.
Weitere Infos zum Stadtteil Aplerbeck finden Sie hier.
Weitere Infos zum Stadtteil Hörde finden Sie hier.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
