Kunst eröffnet neue Perspektiven: Ehemalige Kirche wird zum Ort für Kunst und Gemeinschaft

Ausstellung „Reclaiming the Space of Worship“ verwandelt ehemalige Kirche in Dortmund-Marten

Die ehemalige Kirche Heilige Familie in Dortmund-Marten wird vom 29. August bis 27. September 2026 zum Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst. „Reclaiming the Space of Worship – An Artistic Manifesto“ setzt sich mit der Frage auseinander, wie ungenutzte Kirchengebäude als Orte der Begegnung, des Austauschs und des gemeinschaftlichen Handelns neu genutzt werden können. Die Ausstellung wird am Freitag, 28. August, um 18 Uhr in der ehemaligen Kirche Heilige Familie, Sadelhof 16, in Dortmund-Marten eröffnet. Die Ausstellung ist eine Kooperation von Romano Than e.V., save space e.V. und dem Museum Ostwall im Dortmunder U. Sie ist Teil des Programms Manifesta 16+, das lokale Initiativen im Rahmen der Europäischen Nomadischen Biennale unterstützt.

Ein neuer Blick auf Erinnerung, Identität und Spiritualität

Die neugotische Backsteinkirche wurde 1899 geweiht und im Juni 2026 als Kirche entwidmet. Mit der Ausstellung erhält das Gebäude vorübergehend eine neue Funktion. Vier Künstlerinnen entwickeln den ehemaligen Sakralraum zu einem offenen Ort für Kunst, kulturelle Erinnerung und gesellschaftlichen Dialog. Im Mittelpunkt stehen Perspektiven von Romnja und Sintizze, die über Jahrhunderte von kirchlichen Gemeinschaften ausgeschlossen wurden. Die Ausstellung greift diese Geschichte auf und versteht den Kirchenraum als Ort, an dem Fragen nach Zugehörigkeit, Spiritualität und Zusammenhalt neu verhandelt werden – unabhängig von Religion, Herkunft oder Geschlecht.

Von Malerei über Skulpur bis Video: Vier eigens entwickelte Arbeiten

Alle Werke entstanden eigens für die Ausstellung und sind im gesamten Kirchenraum zu erleben. Die Bandbreite reicht von Malerei und Installation über Skulptur, Sound und Video bis hin zu performativen Formaten. Die Dortmunder Künstlerin Amdrita gestaltet die Apsis als lebendigen Ritual- und Zeremonienraum. Botanische Malerei, Installationen und künstlerische Handlungen verbinden sich zu einer Arbeit über Heilung, Gemeinschaft und Transformation. Arina Costea aus Bukarest zeigt einen Trickfilm und Installationen, die religiöse Traditionen von Romnja und Sintizze sowie das Zusammenwirken verschiedener Glaubensrichtungen thematisieren. Mit School of Women schafft die Berliner Performancekünstlerin Cat Jugravu einen Ort des Erinnerns und Lernens. Historische Schulbänke und Audiobeiträge machen die kaum bekannte Geschichte von Leibeigenschaft und Zwangsarbeit von Romnja-Frauen in Südosteuropa sichtbar. Besucherinnen können sich außerdem an einem gemeinsamen Stickprojekt beteiligen. Die Darmstädter Künstlerin Concetta Dewús setzt sich in ihrer Installation RAT mit den Symbolen Herz und Blut auseinander. Ihre Arbeiten fragen nach verbindenden menschlichen Erfahrungen über religiöse und kulturelle Grenzen hinweg. Den Abschluss der Ausstellung bildet ein Konzert mit Liedern verschiedener Sintizze- und Romnja-Communities.

Begleitprogramm: Ausstellung lädt zum Mitmachen ein

Die Künstlerinnen sind während der Laufzeit jeweils für eine Woche vor Ort. Das Begleitprogramm eröffnet unterschiedliche Zugänge zur Ausstellung: Amdrita Jakupi gestaltet mit einem offenen Ritual (30. August) und einer künstlerischen Zeremonie (4. September) gemeinschaftliche Formate, die den Kirchenraum als Ort der Erinnerung, Spiritualität und des Miteinanders neu erfahrbar machen. Beim Nachbarschaftsabend mit Mitbring-Dinner am 10. September stehen Begegnung und Austausch im Mittelpunkt. Den Abschluss bildet am 26. September ein Konzert, bei dem Concetta Dewús gemeinsam mit Musikerinnen Lieder verschiedener Sintizze- und Romnja-Communities präsentiert und die Ausstellung musikalisch ausklingen lässt.

Hintergrund und weitere Informationen

Die Manifesta ist die Europäische Nomadische Biennale für zeitgenössische Kunst und findet 2026 im Ruhrgebiet statt. Während das Hauptprogramm ehemalige Kirchen in Duisburg, Essen, Gelsenkirchen und Bochum bespielt, fördert Manifesta 16+ 16 weitere Projekte im Ruhrgebiet. Sie entwickeln leerstehende Kirchen gemeinsam mit lokalen Initiativen zu offenen Orten für Kunst, Kultur und Nachbarschaft weiter.

Weitere Informationen gibt es unter www.manifesta16.org und www.dortmunder-u.de. 

Redaktionshinweis:

Vertreter*innen der Medien sind herzlich zum Pressetermin am Freitag, 28. August, um 10 Uhr in die ehemalige Kirche Heilige Familie, Sadelhof 16, 44379 Dortmund, eingeladen. Die Künstlerinnen und Projektverantwortlichen stellen die Ausstellung und Werke vor.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

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