Die Stadt Dortmund bietet auch in anderen Bereichen Möglichkeiten für Freiwilligendienste
Der Mobile Bibliotheksdienst versorgt Dortmunder Bürger*innen, die wegen einer Einschränkung oder aus Altersgründen die Bibliotheken nicht selbst aufsuchen können. Die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund kann diesen Service nur dank ihrer Mitarbeitenden im Bundesfreiwilligendienst anbieten: Die „Bufdis“ übernehmen die Fahrten zu den Senior*innen.
Der Bundesfreiwilligendienst in der Bibliothek geht ein Jahr lang und umfasst 24 Urlaubstage. Vorteile für die jungen Leute sind ein Jobticket, eine Sozialversicherung und ein monatliches Taschengeld von 604 Euro. Ein Abschlusszeugnis sowie vielfältige Praxiserfahrungen sind zudem wertvoll für spätere Studien- oder Ausbildungsbewerbungen.
„Am besten gefällt mir der enge Kontakt zu den Kunden“
Gerade absolvieren Bjarne Wernsmann und Luca Paleschke ein Jahr als Bufdis. Sie nutzen das Jahr nach ihrem Abitur, um sich in der Berufswelt zu orientieren und sind sehr zufrieden mit ihrem Freiwilligendienst. „Die Aufgaben in der Bibliothek sind sehr abwechslungsreich. Wir bringen Bücher zu den Kunden und fahren die Stadtteilbibliotheken ab“, berichtet Bjarne Wernsmann. „Am besten gefällt mir der enge Kontakt zu den Kunden – sie freuen sich über unseren Besuch und die kurzen Gespräche während der Bücherübergabe sehr.“
Die Bufdis pflegen regelmäßigen Kontakt mit ihnen – verlängern Bücher, fragen nach neuen Wünschen und prüfen, wessen Bestellung als nächstes fällig ist. „Unsere Bufdis arbeiten also sehr selbstständig“, sagt Bibliotheksmitarbeiterin Barbara Runtsch-Peitzberg, die die Bufdis betreut. Gefragt sind außerdem soziale Kompetenzen, gute Teamarbeit, Verantwortungsbewusstsein und ein Führerschein der Klasse B sowie Freude am Autofahren.
„Man muss mit Menschen umgehen können und vor allem auch wollen”, sagt Runtsch-Peitzberg. Sie hofft, dass sich auch in diesem Jahr wieder junge Menschen finden, die Budfi in der Bibliothek werden wollen. Durch die Umstellung von G8 auf G9 gibt es in diesem Jahr viel weniger Abiturient*innen, und sie rechnet in diesem Jahr mit weniger Bewerbungen als in den Vorjahren. „Das ist nicht nur für uns, sondern für viele Träger dieses Jahr ein Problem“, berichtet Barbara Runtsch-Peitzberg. Es werden also dieses Jahr besonders dringend Bufdis gesucht.
Persönlicher Einsatz, der geschätzt wird
Manche Kund*innen verlassen sich bei der Buchauswahl sehr auf die Empfehlungen der Bufdis. „Die Interessen der Kunden sind sehr individuell. Wir haben die Bibliothek dadurch sehr gut kennengelernt“, erzählt Bjarne Wernsmann. Die jungen Männer nehmen sich Zeit und sorgen dafür, dass die Wünsche ihrer Kund*innen so gut wie möglich erfüllt werden. Einige von ihnen nutzen den Service der Bibliothek mittlerweile schon lange und freuen sich immer wieder auf den Besuch der jungen Leute.
Vorteile eines Bundesfreiwilligendienstes
Während viele Jugendliche ihr freiwilliges Jahr in Schulen, Kindergärten oder Krankenhäusern absolvieren, eröffnet ein Bufdi bei der Stadt- und Landesbibliothek Dortmund Einblicke in mehrere Bereiche wie Medien, Kultur, Bildung, Literatur und Kommunikation. Das bietet nicht nur einen abwechslungsreichen Alltag, sondern lässt die Bufdis auch verschiedene Interessen austesten. Dazu legt die Bibliothek großen Wert darauf, die Bufdis so gut wie möglich zu unterstützen. Bjarne Wernsmann: „Es herrscht immer ein sehr entspanntes und angenehmes Arbeitsklima, und ich gehe gerne zur Arbeit”.
Er freut sich außerdem über das faire monatliche Taschengeld und die zusätzliche Fahrpraxis, die er durch Fahrten mit dem kleinen Lieferfahrzeug sammeln konnte: „Wenn man Fahrpraxis gewinnen will, ist das Jahr super dafür”.
Hintergrund: Freiwilliges Jahr
Ein freiwilliges Jahr bietet nach dem Schulabschluss eine ideale Orientierungsphase. Es verbindet praktische Berufserfahrung mit den Vorteilen eines Praktikums und kann sogar als Pflichtpraktikum für ein Fachabitur oder eine Ausbildung anerkannt werden. Eigeninitiative und Engagement wirken sich zudem positiv auf spätere Bewerbungen aus.
Ähnlich wie ein Bufdi sind zum Beispiel ein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder ein FÖJ (Freiwilliges Ökologisches Jahr). Auch hier engagieren sich 16- bis 27-Jährige für 6 bis 18 Monate freiwillig. Ihnen wird eine Kombination aus praktischer Arbeit, persönlicher Entwicklung und Berufsorientierung geboten.
Bufdis arbeiten im ökologischen, kulturellen oder sozialen Bereich. Das Besondere im Gegensatz zu einem FSJ und FÖJ ist, dass es altersunabhängig und ab 27 Jahren sogar in Teilzeit möglich ist. Zu einem freiwilligen Jahr gehören außerdem begleitende Seminare. Dort erhalten die Teilnehmenden pädagogische Begleitung und tauschen sich mit anderen Freiwilligen aus.
So wird man Bufdi in der Bibliothek
Am 1. August 2026 und am 1. September 2026 werden die beiden Bufdi-Stellen in der Bibliothek frei. Interessierte können sich mit einem Lebenslauf und einem kurzen Motivationsschreiben bewerben:
Barbara Runtsch-Peitzberg, bruntsch@stadtdo.de
Martin Schirmer, mschirmer@stadtdo.de
Weitere Bufdi-Angebote in Dortmund
Die Stadt Dortmund bietet viele Möglichkeiten für ein freiwilliges Jahr, unter anderem auch im Jugendamt und bei FABIDO.
Jugendamt: Teilnehmende arbeiten in Jugendfreizeiteinrichtungen und gestalten den Alltag von Kindern und Jugendlichen aktiv mit. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Begleitung von Ausflügen, die Mitwirkung bei Ferienspielen und Freizeitangeboten sowie die Unterstützung und Ansprechbarkeit für junge Menschen im Alltag. Der Dienst bietet wertvolle Einblicke in die soziale Arbeit, stärkt Team- und Kommunikationsfähigkeiten und ermöglicht, Verantwortung zu übernehmen.
FABIDO: Teilnehmende lernen den gesamten Kita-Alltag direkt vor Ort kennen und übernehmen dabei vielfältige Aufgaben im pädagogischen Alltag mit Kindern. Dazu gehören zum Beispiel die Unterstützung der Fachkräfte, die Begleitung von Spiel- und Lernangeboten sowie die aktive Mitgestaltung des Tagesablaufs.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
