Die Oper Dortmund wurde für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2026 nominiert: Vincent Stefan erhielt die Nominierung in der Kategorie Medien für seine Arbeit an der Dortmunder Produktion Mazeppa. Ausgezeichnet wird damit eine szenische Deutsche Erstaufführung, bei der die visuelle Gestaltung eine zentrale Rolle in der künstlerischen Erzählweise einnimmt.
Mit der Nominierung von Vincent Stefan in der Kategorie Medien erfährt das künstlerische Profil der Oper Dortmund eine weitere bedeutende Anerkennung. Die Produktion Mazeppa zeigt nicht nur eine selten gespielte Grand Opéra als szenische Deutsche Erstaufführung, sondern verdeutlicht auch, wie sich Wiederentdeckung und Gegenwart im Musiktheater wirkungsvoll verbinden lassen. Besonders hervorzuheben ist die mediale Gestaltung, die in Mazeppa nicht als bloßes Beiwerk fungiert, sondern als eigenständige Bildsprache das Bühnengeschehen unterstützt, verdichtet und erweitert.
Bildsprache mit eigenem künstlerischem Profil
Die besondere Aufmerksamkeit für Vincent Stefans Arbeit hängt auch mit seiner vielseitigen künstlerischen Biografie zusammen. Nach einer frühen Ausbildung in Klavier und Komposition baute er sich ein internationales Profil als Musiker, Regisseur, Komponist, Dramaturg, Performer und Fotograf auf, bevor er sein Tätigkeitsfeld um Videodesign erweiterte. Diese Vielseitigkeit spiegelt sich in seiner Arbeit wider. In Mazeppa ging es nicht um eine bloße Illustration, sondern um eine mediale Sprache, die musikalische Dramaturgie, szenischen Rhythmus und visuelle Gestaltung präzise miteinander verbindet.
„Mich freut diese Nominierung sehr, weil sie eine Arbeit sichtbar macht, die nur im engen Zusammenspiel mit vielen anderen entstehen konnte“, sagt Vincent Stefan. „An Mazeppa hat mich besonders gereizt, dass die Bildsprache nicht neben der Oper herlaufen sollte, sondern mitten in sie hinein. Gerade bei einem wiederentdeckten Werk können Medien helfen, neue Zugänge zu schaffen – als eigenständige Form von Atmosphäre, Bewegung und Bedeutung.“
Wiederentdeckung und Gegenwart als Dortmunder Leitbild
Mit Clémence de Grandvals Mazeppa hat die Oper Dortmund exemplarisch gezeigt, wofür das Haus seit Jahren steht: für die Wiederentdeckung zu Unrecht vergessener Werke und die Überzeugung, dass Oper im 21. Jahrhundert lebendig bleibt, wenn sie aus der Verbindung von Geschichte und Gegenwart neue Impulse gewinnt. Innovation ist dabei kein Nebenaspekt, sondern zentraler Bestandteil der künstlerischen Arbeit. In Mazeppa wurde dies besonders deutlich. Vincent Stefans mediale Gestaltung eröffnete nicht nur neue Bildräume, sondern schuf Übergänge zwischen historischer Vorlage, heutiger Wahrnehmung und einer Bildsprache, die das Werk in die Gegenwart holte.
„Die Nominierung von Vincent Stefan freut uns sehr, da sie eine Arbeit würdigt, die für unser Verständnis von Musiktheater zentral ist“, erklärt Opernintendant Heribert Germeshausen. „Wenn wir vergessene Werke wieder auf die Bühne bringen, geht es nie nur um Rekonstruktion. Es geht vielmehr darum, sie künstlerisch so ernst zu nehmen, dass daraus im Heute Theater von unmittelbarer Kraft entsteht. Genau dafür steht unsere szenische Deutsche Erstaufführung von Mazeppa in besonderer Weise.“
Mit der Nominierung für den Deutschen Theaterpreis DER FAUST 2026 in der Kategorie Medien rückt die Oper Dortmund erneut als Haus in den Fokus, das Wiederentdeckungen mit künstlerischer Neugier, formaler Offenheit und hohem ästhetischem Anspruch verbindet. Mazeppa steht dabei exemplarisch für eine Programmatik, in der das Musiktheater der Gegenwart nicht im Gegensatz zur Operngeschichte gesehen wird, sondern aus deren produktiver Spannung neue Kraft schöpft. Die Preisverleihung findet am 14. November 2026 im Staatstheater Wiesbaden statt.
