Das Tiefbauamt beginnt mit den Arbeiten für die neue Brücke voraussichtlich im Januar 2027. Im zweiten Quartal 2028 könnte die Brücke dann eingeweiht werden. Dieser Zeitplan orientiert sich an den Sperrzeiten, die die DB InfraGO AG, die Infrastrukturtochter der Deutschen Bahn, der Stadt gewährt hat. Denn unter der Brücke liegen Gleise für den Zugverkehr, der während der Arbeiten zeitweise ruhen muss. Dies wird nun im Januar sowie im Oktober und November 2027 geschehen.
Beantragt hatte das Tiefbaumt die Sperrpausen bereits Anfang 2024. Nach langen Verhandlungen hat die DB InfraGO AG Ende des vergangenen Jahres auch die Sperrzeiten für den Brückeneinhub im Herbst 2027 genehmigt. Die Sperrpause für den Abriss im Januar 2027 stand schon etwas länger fest – jedoch wäre der Neubau ohne zweite Pause nicht möglich. Für Abriss und Neubau hat das Tiefbauamt ein Verfahren gewählt, das mit möglichst wenigen Sperrzeiten der Bahngleise unterhalb des Bauwerks auskommt.
Insgesamt rund 6,85 Millionen Euro kostet das Großprojekt. Der Verwaltungsvorstand hat die Baubeschlussvorlage am Dienstag in den Gremienlauf gegeben.
Gebaut in den 1960er-Jahren
Die Brücke Lange Straße stammt aus den 1960er-Jahren. Sie wurde mit einem bestimmten Spannstahl errichtet, der anfällig ist für die so genannte Spannungsrisskorrosion. Bei der Spannungsrisskorrosion kann es zu einem plötzlichen und unbemerkten Materialversagen kommen. Chemische Prozesse, die im Laufe der Jahrzehnte ablaufen, können die statische Funktion schädigen.
2018 wurde die Brücke aus Sicherheitsgründen für schwere Fahrzeuge gesperrt. Diese so genannte Ablastung von 45 auf zunächst 16 Tonnen war aus Sicht eines externen Gutachters erforderlich. Später hat das Tiefbauamt die Nutzungsbeschränkung auf 18 Tonnen erhöht, dafür kommt bis heute eine mobile Ampel zum Einsatz. Ein Gutachten aus dem Jahr 2019 empfiehlt einen Ersatzneubau. Eine anschließende Untersuchung hat diese Lösung als die wirtschaftlichste bestätigt.
Digitale Bauwerksüberwachung
Die Unterseite der Brücke ist aufgrund der Gleise für die Bauwerksprüfer nur schwer erreichbar. 2024 hat das Tiefbauamt daher ein digitales Montoring-System installiert, um Veränderungen und Schäden frühzeitig erkennen zu können.
Lange Straße muss gesperrt werden
Während der gesamten Bauphase ab Januar 2027 muss die Lange Straße in Höhe der Brücke gesperrt werden. Die Umleitung führt über Dorstfelder Allee – Rheinlanddamm – Lindemannstraße.
Fußgänger*innen können die östliche Zuwegung zur S-Bahn-Station Dortmund-West während der Bauzeit über einen Gehweg vom Hahnenmühlenweg aus nutzen. Dies hat das Tiefbauamt mit der Deutschen Bahn vereinbart. Die Fußgänger*innen werden dabei über den südlichen Bahnsteig geführt. Der Radverkehr wird über die Rheinische Straße geleitet.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
