Zum Sieg gezittert

SC Union Lüdinghausen II vs. TV Hörde II 2:3 (25:20, 25:22, 17:25, 25:27, 5:15) Am Sonntag ging es für die Hörder Mädchen wieder einmal nach Lüdinghausen, dem uns bekanntesten Gegner der Liga. Da die Badminton-Bundesliga anscheinend wichtiger war als ein Verbandsliga-Volleyball-Match, wurde der Spielort kurzerhand umverlegt. Den Weg zur neuen Halle fand man recht gut (wenn man nicht gerade Ceyda hieß), und das rasende Rustige-Auto bekam gleich das erste Mannschaftsfoto durch einen fiesen Blitzer geschenkt, doch am Spielort selbst war es zunächst noch schön idyllisch. Lara schwärmte, dass sie sich höchst adelig gefühlt hatte, als sie über die Holzbrücke auf den Parkplatz gefahren war, und als erstes hießen uns ein paar sehr entspannte Schafe willkommen, die direkt vor unseren Autos grasten. Die Ausweichhalle wurde zunächst für den Hallencheck kritisch begutachtet. Auf den ersten Blick war man zufrieden, auch der Sanitärcheck mit Seife, Klopapier UND Handtüchern wurde wohlwollend zur Kenntnis genommen. Die vierzehn Hörder Adelsfrauen hatten sich allerdings zu früh gefreut, denn danach bekamen sie ein ganz anderes, weniger romantisches Gefühl des Mittelalters zu spüren. Arktische Temperaturen herrschten in der Halle, und die Anweisung von Christopher, die warme Straßenkleidung abzulegen und sich zum Aufwärmen zu begeben, sorgte für eher skeptische Blicke. Ivy stellte Vermutungen darüber an, wie schnell sie bei einer Einwechslung wohl die Hose ausziehen konnte, kam dann aber schnell zu dem Ergebnis, dass es wohl doch besser war, in den gewohnten Sportsachen zu spielen. Als Motivationsimpuls schlug Maga ihren frierenden Mitspielerinnen vor, ein Video für diverse Social-Media-Plattformen zu produzieren, bei dem man die Einspielkleidung in „epischen Posen“ präsentieren konnte. Nach fünfzehn Minuten maximaler Verwirrung, die durch die Koordination des Videos ausgelöst wurde, rauchten den Hörder Intelligenzbestien zumindest die Köpfe, und Maga war sich sicher, aus dem Material schon „irgendwas“ zaubern zu können. Dass die Halle nicht nur kalt, sondern außerdem noch rutschig war, demonstrierte Leonie D. freundlicherweise beim Einlaufen, indem sie sich direkt mal auf die Nase legte – doch glücklicherweise blieb sie die Einzige, die diese Bedingungen unfreiwillig auf diese Weise austestete. In der Spielansprache bewies Christopher, dass er nun gelernt hatte, was ein Scrunchy war, ansonsten versuchte er, seine Schützlinge auf die bevorstehende Partie einzuheizen. Wir wussten bereits, dass es kein einfaches Spiel werden würde, und das zeigte sich dann auch in den ersten beiden Sätzen. Es wirkte teilweise recht verschlafen und wir machten uns selbst das Leben schwer. Wir leisteten uns zu viele einfache Eigenfehler, weswegen es uns nicht gelang, an den Gastgeberinnen vorbeizuziehen. So gingen die ersten beiden Sätze und bereits ein Punkt nach Lüdinghausen. Dennoch wollte man das Spiel trotz 2:0-Rückstands nicht als verloren geglaubt geben. Im dritten Satz wendete sich das Blatt. Annahme und Abwehr wurden stabiler und vor allem unsere Aufschläge brachten die Mädels aus Lüdinghausen ins Wanken. Somit ging dieser Satz recht deutlich mit 25:17 an uns. Doch die Gastgeberinnen wollten sich ihre drei Punkte nicht nehmen lassen. Im vierten Satz ging es hin und her, teilweise gab es so lange Ballwechsel, dass nicht nur die Zuschauer atemlos waren, sondern auf dem Feld ebenfalls ordentlich nach Luft geschnappt wurde. Lüdinghausen hatte mehrere Matchbälle, doch diesmal erwischten wir unsere Gegnerinnen kalt. Ziemlich cool vereitelten wir die Satzbälle, zogen dann vorbei und nutzten erfolgreich unsere Chancen zum Satzgewinn. Es ging also in den fünften Satz. Christopher befeuerte seine Mannschaft damit, dass das Momentum klar auf unserer Seite stand, Sophia beschwor ihre Teamkameradinnen noch mit dem Befehl: „Jetzt gehen wir crazy!“. Dass beide Recht behalten sollten, zeigte sich ziemlich schnell. Wir waren in allen Bereichen voll da, die Abwehr und Annahme funktionierten tadellos und auch unser Block machte mehrere wichtige Punkte. Der Satz ging mit 15:5 klar an uns. Christopher war zufrieden, vor allem über die Tatsache, dass wir das Spiel nach einem 2:0 Rückstand doch noch gedreht hatten. Glücklich ging man also in die Kabine, nur um festzustellen, dass wir doch nicht von einer kalten Dusche verschont bleiben würden. Die Wassertemperatur belief sich auf geschätzte 2°C und sorgte dafür, dass man Minna schließlich beim Haarewaschen unter dem Waschbecken vorfand. Eine weitere Showeinlage war das plötzlich auftretende Gewitter, dessen Blitze uns erst vermuten ließen, dass sich wohl ein Spanner auf dem Baum neben der Halle befinden musste, bevor darüber gerätselt wurde, ob man bei Gewitter eigentlich duschen durfte und was die armen Schafe vor der Halle nun tun würden. Maga stellte die Theorie auf, dass wir durch unseren Sieg womöglich Zeus verärgert hatten und Tea schlug vor, eventuell eines der Schafe zu opfern, um den Donnergott zu besänftigen, was zum Glück aber nicht nötig war. Auch diese kalte Dusche überstand man irgendwie und so konnte man anschließend nach dem ganzen Tag das Fazit ziehen: das Hörder Feuer siegte über die Lüdinghausener Kälte. Die Stimmen zum Spiel: Tea: Es wird Zeit, sich in einen Wintermantel einzupacken. Christopher: So, alles, was einen Ball weiter als fünf Meter pritschen kann, ohne sich die Hände zu brechen, kommt einmal zu mir. Greta: Ich hab das Ortseingangschild gesehen und langsam runtergebremst. Ceyda: Ich seh nichts! Maga: Habt ihr Bock? Ich hab Bock! Minna: A win is a win. Alle: IVY SCHULTE! Lara: Und jetzt stell dir mal vor, es würde nach diesem Spiel Suppe geben. Cool geblieben sind: Ceyda Altintas, Sophia Bader, Alina Danne, Leonie Danne, Minna Dunkhorst, Merja Hammer, Lina Janthal, Laura Kunz, Greta Rustige, Ivy Schulte, Magdalena Stojanovic, Teodora Stojanovic, Leonie Ufert und Lara Werth

Originalmeldung bei TV Hörde 1861

Reporter am Spielfeldrand, Taktik im Kopf, Fankurve im Ohr. Nico Rasenreport schreibt schnell, beobachtet scharf, erzählt das Spiel als Stadion-Erlebnis. Kein Pathos ohne Grund, aber Leidenschaft mit Verstand. Er misst Laufwege, spürt Geschichten auf dem Platz und fängt die Energie des Reviers im Dribbling der Worte ein.

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