Julia Wissert, Intendantin des Schauspiel Dortmund, wurde in das Komitee des International Ibsen Award berufen. Dabei handelt es sich um eine der weltweit bedeutendsten Auszeichnungen für Theaterkunst. Das siebenköpfige Gremium ist künftig für die Vergabe des mit 2,5 Millionen Norwegischen Kronen dotierten Preises zuständig. Die Berufung durch die norwegische Regierung gilt für die Jahre 2026 bis 2030.
Die Intendantin des Schauspiel Dortmund erhält internationale Anerkennung: Julia Wissert wird künftig dem Komitee des International Ibsen Award angehören. Die norwegische Kultur- und Gleichstellungsministerin Lubna Jaffery stellte die neue, international besetzte Jury am Dienstag, 13. Oktober, vor. Der Preis zeichnet Künstlerinnen und Künstler, Institutionen sowie Organisationen aus, die dem internationalen Theater neue künstlerische Perspektiven eröffnet haben. Die nächste Verleihung findet 2028 statt – im Jahr des 200. Geburtstags von Henrik Ibsen. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderem Peter Brook, Ariane Mnouchkine, Jon Fosse, Heiner Goebbels, das britische Kollektiv Forced Entertainment, Christoph Marthaler sowie die argentinische Regisseurin Lola Arias. Zuletzt wurde 2026 der südkoreanische Theatermacher, Komponist und Videokünstler Jaha Koo ausgezeichnet.
Internationale Perspektiven für das Theater
Für Julia Wissert eröffnet die Berufung die Möglichkeit, künstlerische Entwicklungen über Ländergrenzen hinweg zu verfolgen und den internationalen Austausch über die Zukunft des Theaters mitzugestalten. „Ich freue mich sehr über die Berufung in das Komitee des Internationalen Ibsen-Preises. Mich interessiert, wie Künstlerinnen und Künstler weltweit auf ihre Gegenwart reagieren, welche Geschichten sie erzählen und welche Formen sie dafür finden. Der Ibsen-Preis macht diese vielfältigen künstlerischen Positionen international sichtbar und erinnert daran, welche Bedeutung das Theater als Ort und Moderatorin der Auseinandersetzung hat. Ich bin gespannt auf die Begegnungen und darauf, neue künstlerische Impulse und Debatten auch in die deutsche Theaterlandschaft einzubringen“, erklärt Wissert.
Dem neu berufenen Komitee gehören neben Julia Wissert die norwegische Ballettdirektorin Ingrid Lorentzen als Vorsitzende, der Intendant der Internationalen Festspiele Bergen Lars Petter Hagen, die britische Theaterwissenschaftlerin Maria Delgado, der internationale Festivalleiter Kee Hong Low, der serbische Theaterwissenschaftler und Kritiker Ivan Medenica sowie die norwegische Theaterintendantin Marit Moum Aune an.
Über den International Ibsen Award
Der International Ibsen Award wurde 2007 von der norwegischen Regierung ins Leben gerufen und erstmals 2008 an den britischen Regisseur Peter Brook verliehen. Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben und zählt mit einem Preisgeld von 2,5 Millionen Norwegischen Kronen zu den höchstdotierten Theaterpreisen weltweit. Namensgeber ist der norwegische Dramatiker Henrik Ibsen (1828–1906), dessen Werke die Entwicklung des modernen Dramas maßgeblich geprägt haben. Der Preis würdigt herausragende künstlerische Leistungen, die neue Ausdrucksformen und Perspektiven für das Theater erschließen. Über die Vergabe entscheidet ein internationales Komitee, dessen Mitglieder sich mit nominierten künstlerischen Positionen aus aller Welt auseinandersetzen und dafür auch internationale Aufführungen besuchen. Die Preisverleihung findet im Rahmen des Internationalen Ibsen-Festivals am Nationaltheatret in Oslo statt.
