Nicht aufzuhalte(r)n

ATV Haltern vs. TV Hörde II 0:3 (19:25, 21:25, 25:27) Endlich ist es wieder so weit: die Saison 26/27 startete am vergangenen Samstag nun auch für die zweite Damenmannschaft. Nach sechs Monaten Vorbereitung, diversen schweißtreibenden Kraftzirkeln, selbstgetüftelten Basteleien von Co-Trainer Martin und dem ein oder anderen Urlaub, hat „das Leben wieder einen Sinn“, wie Lara passend feststellte, denn nun wird endlich „nicht mehr für Lutsche trainiert.“ Der erste Zwischenstopp der Hörder Comeback-Tour lag im schönen Haltern, was sich „links oben“ auf der Landkarte befand, wie Geografie-Expertin Ivy vor dem Montagstraining stolz verkündete. Die Reise dorthin gestaltete sich allerdings als nicht ganz so einfach, zwei Autos fuhren direkt zur falschen Adresse, obwohl sie nicht mal Ceyda an Bord hatten, die normalerweise gerne mal die Halle verwechselte. So vollbrachten nur drei einsame Hörderinnen das Kunststück, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein, bevor der Rest nach und nach eintrudelte. Kadertechnisch waren wir gut aufgestellt. Jetset-Bader machte ihrem Namen alle Ehre und kam direkt vom Berlin-Trip und zehnminütigen Zwischenstopp Zuhause nach Haltern nach, um ihr Team zu unterstützen. Unsere Langzeit-Verletzte Marlene fällt leider weiterhin aus, ansonsten fehlten lediglich zwei Hörderinnen, da Maga lieber mit ihren Schlafwandlereien die japanische Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzen wollte, während Merja unverständlicherweise Mauritius dem wunderbaren Haltern vorzog. In der Halle angekommen, vollzogen die Spielerinnen rund um Architektur-Fachfrau Lauri dann den ersten Hallencheck. Die Sauberkeit war verbesserungswürdig, da man nicht sicher sein konnte, ob die Hörderinnen nach ein paar Aktionen wirklich nur auf dem Boden gelegen und nicht unter Tage gearbeitet hatten, für Begeisterung sorgten dagegen die Sanitäranlagen, die alles hatten, was das Phoenix-Gymnasium nicht besaß (Seife, Spiegel und Toilettenpapier). Verzaubert waren wir außerdem von dem schönen Wandteppich, der ein oder andere zog sogar Vergleiche zu Hogwarts, obwohl von Harry Potter und seinen Kumpanen leider keine Spur zu finden war. Insgesamt bekam die Halle solide 6,5/10 Punkte. Die überschaubare Größe des Austragungsorts sorgte für ein recht unkonventionelles Freiluft-Einspielen auf dem Schulhof. Christopher ermahnte uns noch, die Bälle lieber nicht auf dem Schotterboden aufticken zu lassen, denn wir wussten schließlich selbst am besten, dass schöne, spielbare Bälle schnell zur Rarität werden konnten. Seine Anweisung befolgte Ceyda beeindruckende zwei Sekunden lang, bevor sie den Ball direkt vor sich auf den Boden prellte – ein bedauernswerter „Reflex“, wie unsere Außenangreiferin sich nach Christophers fassungslosem Gesichtsausdruck im Anschluss verteidigte. Ausgerüstet mit einer neuen Ration Sternchenhaarspangen von Tea und ohne erhebliche Schäden an den Bällen, absolvierten wir unser restliches Aufwärmprogramm, bevor das Spiel pünktlich um 17 Uhr angepfiffen wurde. Der Anfang verlief etwas schleppend, aber nach und nach fanden wir immer besser ins Spiel. Mit starken Angriffen und einer guten Annahme ging der Satz mit 19:25 an uns. Den ersten Satz hatten wir nun schon in der Tasche, allerdings gestaltete sich der zweite als wesentlich herausfordernder. Die klassische Hörder Schwächephase meldete sich ebenfalls aus der Saisonpause zurück, und so machte Haltern ordentlich Druck. Bei einem Stand von 16:10 rief Christopher seine Schützlinge zu sich, und gab ihnen den Hinweis mit, dass der Satz noch nicht verloren sei. Dass an diesen Worten durchaus etwas dran war, durften die mitgereisten Fans der F2 im Anschluss feststellen, denn plötzlich spielte ihre Lieblingsmannschaft beinahe fehlerlos. Der Block war dicht, der Angriff stark und mit guten Aufschlägen von Greta ging der zweite Durchgang ebenfalls an uns. So ähnlich ging es weiter. Kopf an Kopf teilten wir uns die Punkte im dritten Satz mit den Gegnerinnen, die jedoch bis zum Ende die Nase vorn hatten. Der Satzgewinn war für die Gastgeberinnen beim Stand von 23:21 schon zum Greifen nah, doch mit voller Konzentration kämpften wir uns nochmal zurück und konnten den Satz und somit das Spiel ganz knapp für uns entscheiden. Damit verbuchten wir den ersten Sieg in unserer Bilanz, Christopher bescheinigte uns im Anschluss sogar, dass wir „beinahe souverän“ gespielt hatten. Nach dem Siegerfoto wurde das erfolgreiche Spiel nochmal besprochen, Lara vollführte eine Darbietung ihres stepptanzartigen Aufschlags und in der Kabine wurde Ivy noch von Leonie D. darauf hingewiesen, dass man die stinkigen Knieschoner tatsächlich in ein Gerät namens „Waschmaschine“ stecken konnte – ein Hinweis, dem hoffentlich nicht nur Ivy nachkommen würde. Des Weiteren wurde sich über Sophias mangelnde Urlaubsbräune gewundert und Einladungen fürs Oktoberfest ausgesprochen, bevor überaus zufrieden der Heimweg angetreten wurde. Die Stimmen zum Spiel Lara: Christopher, hast du eine Heizung für uns? Minna: Man nimmt, was man hat. Lauri: Ich hab hier schon ein paar schöne Steine gesichtet. Martin: Es bleibt alles so, wie es ist. Laura: Jetzt wieder für zwei Bälle rein. Alina: Ich habe alle Regeln vergessen. Christopher: Ich frage mich, wo ich heute mein cineastisches Meisterwerk drehe. Sophia: Ich werde nicht braun! Das ist ein sehr wunder Punkt. Ivy: Je länger ich hier stehe, desto schlimmer wird mein Kater. Nicht zu bremsen waren: Ceyda Altintas, Laura Bachmann, Sophia Bader, Alina Danne, Leonie Danne, Minna Dunkhorst, Laura Kunz, Greta Rustige, Ivy Schulte, Teodora Stojanovic, Leonie Ufert und Lara Werth

Originalmeldung bei TV Hörde 1861

Reporter am Spielfeldrand, Taktik im Kopf, Fankurve im Ohr. Nico Rasenreport schreibt schnell, beobachtet scharf, erzählt das Spiel als Stadion-Erlebnis. Kein Pathos ohne Grund, aber Leidenschaft mit Verstand. Er misst Laufwege, spürt Geschichten auf dem Platz und fängt die Energie des Reviers im Dribbling der Worte ein.

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