Polizisten radeln für Verbrechensopfer

Lfd. Nr.: 0794

Gemeinsame Pressemeldung des Opferhilfevereins WEISSER RING und der Polizei Dortmund

600 Kilometer mit fast 3000 Höhenmetern in sechs Tagen: 16 Frauen und Männer der Hamburger Polizei-Radsportgruppe haben am Dienstag Station in Dortmund gemacht, wo sie im Polizeipräsidium empfangen wurden. Ziel ihrer Tour ist Mainz, wo der Opferhilfeverein WEISSER RING am Samstag seinen 50. Geburtstag feiert.

„Mit unserer Aktion möchten wir auf die Situation von Verbrechensopfern und die Hilfe durch den WEISSEN RING aufmerksam machen“, sagt der Kriminalbeamte Oliver Joneleit, Tourenplaner der Radsportgruppe. Sie stoppt auf ihrem Weg in Bremen, Osnabrück, Dortmund, Köln und Koblenz und bittet um Spenden für den Opferhilfeverein. „Die Radtour soll außerdem ein Zeichen gegen Gewalt sein.“

Der WEISSE RING war vor 50 Jahren in Mainz vom Fernsehjournalisten Eduard Zimmermann und anderen gegründet worden, um Opfer von Straftaten auf unterschiedlichste Weise zu unterstützen. Allein die Außenstelle Dortmund betreut mit ihren 16 Ehrenamtlichen jedes Jahr etwa 300 Betroffene – oft Opfer von häuslicher Gewalt, Körperverletzung und Sexualdelikten. Aber auch Präventionsprojekte spielen in der Arbeit der Außenstelle Dortmund eine große Rolle.

Volker Marek vom WEISSEN RING Dortmund war dabei, als die Radsportgruppe am Polizeipräsidium eintraf. „Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben nicht nur Urlaub für die Tour genommen, sie bezahlen auch ihre Übernachtungen selbst. Dass diese Leute mit so viel Engagement und Begeisterung auf unsere wichtige Arbeit hinweisen, ist einfach großartig!“

War der WEISSE RING in den 70er Jahren Vorreiter für die Betreuung von Verbrechensopfern, so gibt es heute in allen 47 nordrhein-westfälischen Polizeibehörden Opferschutzkommissariate. Thomas Krebs, stellvertretender Leiter des Kriminalkommissariats Prävention und Opferschutz in Dortmund, gehörte am Dienstag zum Empfangskomitee für die Hamburger: „Wir finden es toll, dass die Kolleginnen und Kollegen auf die wichtige Arbeit des Vereins hinweisen. Unser Kommissariat arbeitet seit Jahren vertrauensvoll im Sinne der Opfer mit dem örtlichen WEISSEN RING zusammen, und wir sind froh, dass es dieses ehrenamtliche Engagement gibt.“

Am Mittwochmorgen wollten die 16 Radsportler die dritte Etappe angehen – 89 Kilometer nach Köln. Samstagnachmittag werden sie dann am Jubiläums-Festakt des Vereins in Mainz teilnehmen.

In Westfalen-Lippe haben sich im vergangenen Jahr 2206 Opfer von Straftaten an den WEISSEN Ring gewandt – sechs Prozent mehr als im Vorjahr. In der Mehrzahl waren es Mädchen und Frauen. Sexualdelikte (609 Fälle), häusliche Gewalt (476), Körperverletzungen (322) und Stalking (145) führten die Liste der Delikte an, aber auch nach 56 Tötungsdelikten berieten die Ehrenamtler Hinterbliebene oder Ersthelfer.

Seit 50 Jahren hört der WEISSE RING Kriminalitätsopfern zu. Er berät Betroffene beispielsweise zu den Möglichkeiten des Opferentschädigungsgesetzes, weist auf Therapieangebote in der Region hin, bezahlt im Einzelfall eine anwaltliche Erstberatung und begleitet Opfer auf deren Wunsch zur Polizei oder zum Gerichtstermin. Man muss aber keine Anzeige bei der Polizei erstattet haben, um sich als Opfer vom WEISSEN RING unverbindlich und kostenlos beraten zu lassen. Aktuell engagieren sich in Westfalen -Lippe etwa 300 Frauen und Männer ehrenamtliche in 26 Außenstellen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite „50 Jahre Opferhilfe – Jubiläumstour des Radteams Weisser Ring von Hamburg nach Mainz“.
https://radsport-weisser-ring.de/index.php

Rückfragen bitte an :

Volker Marek
WEISSER RING Dortmund
Präventionsbeauftragter
0175 26 34 26 5

Quelle: www.presseportal.de

Mara Feldkamp ist seit mehreren Jahren als Reporterin für Sicherheits- und Einsatzthemen in Dortmund tätig. Ihr Schwerpunkt liegt auf der transparenten Aufbereitung von Polizeimeldungen, Verkehrsunfällen und kriminalpräventiven Informationen für die Öffentlichkeit. Mit ruhiger Stimme, klaren Worten und präziser Recherche begleitet sie regelmäßig Einsätze der Dortmunder Polizei – ob vor Ort an Unfallstellen, bei Pressebriefings oder bei Großlagen im Stadtgebiet. Dank ihrer strukturierten Arbeitsweise gilt sie als verlässliche Schnittstelle zwischen Einsatzkräften und Bürgerinnen und Bürgern.

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