Bei leichtem Nieselregen hat es sich das beliebte Dortmunder WM-Orakel bei der Partie Deutschland gegen Paraguay nicht leicht gemacht: Die Tierpfleger*innen hatten im Außengehege zwei Jutesäcke mit allerlei Leckereien aufgehängt. Jeder Sack ist durch eine aufgenähte Flagge einer der beiden Mannschaften zugeordnet. Zielstrebig hat sich Walter auf den deutschen Sack zubewegt und ihn abgenommen – ein gutes Zeichen. Dann allerdings hat er sich auch jedem Knoten gewidmet, mit dem der Paraguay-Sack befestigt war.
Ein solches Verhalten braucht ein wenig Einordnung: „Das könnte vielleicht heißen, dass das Spiel relativ verfahren sein wird und es dauert, bis sprichwörtlich der Knoten geplatzt sein wird“, sagte Marcel Stawinoga, Kommunikationsleiter und Artenschutzbeauftragter des Zoo Dortmund.
Das Ergebnis ist für Stawinoga dann aber eindeutig: „Walter ist mit beiden Säcken in das Baumhaus hoch, hat aber den Paraguay-Sack zur Seite gelegt. Er hat sich den deutschen Sack genommen und erst mal die ganzen Leckereien rausgeholt. Und deswegen würde ich ganz klar sagen, dass Deutschland gewinnen wird.“
Das ist Walter:
Walter kam am 24. April 1989 im Zoo Frankfurt zur Welt und lebt seit dem Heim-WM-Jahr 2006 im Zoo Dortmund. Wenn das mal kein gutes Omen ist! Derzeit lebt Walter mit dem weiblichen Sumatra-Orang-Utan Suma und der gemeinsamen Tochter Kleo, die am 21. Juli 2022 zur Welt kam, zusammen.
Mit 37 Jahren ist Walter sozusagen ein gestandener (Sports-)Mann im besten Alter. In Zoos können die Menschenaffen über 60 Jahre alt werden, während wild lebende Orang-Utans ein Alter bis zu 45 Jahren erreichen können.
Gegenüber den Tierpfleger*innen ist Walter sehr freundlich und aufgeschlossen. Er macht sehr motiviert beim tiermedizinischen Training mit und widmet sich mit viel Konzentration Beschäftigungsaufgaben im Rahmen von „Behavioral enrichment“, deutsch: Verhaltensanreicherung.
Mit Walter, Suma, Kleo, Mokko, Kea und Yenko leben derzeit insgesamt sechs Sumatra-Orang-Utans im Zoo Dortmund.
Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.
