Vertrauen in Kultur – Rat der Stadt Dortmund stimmt Verlängerung drei zentraler Leitungsverträge am Theater Dortmund zu

Mit den Vertragsverlängerungen unterstreicht die Stadt Dortmund ihr Engagement für künstlerische Qualität, stabile Strukturen und die nachhaltige Entwicklung eines bedeutenden Kulturstandorts.

Der Rat der Stadt Dortmund hat den Vertragsverlängerungen von Geschäftsführendem Direktor Tobias Ehinger und Opernintendant Heribert Germeshausen bis zum 31. Juli 2033 zugestimmt. Ebenso wurde der Verlängerung des Vertrags von Andreas Gruhn, Intendant des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund, bis zum 31. Juli 2028 zugestimmt. Damit sichert die Stadt wichtige Führungspositionen an einem der größten kommunalen Mehrspartenhäuser Deutschlands und schafft frühzeitig Planungssicherheit für die kommenden Jahre.
Kultur als Bekenntnis der Stadt

Mit diesen Entscheidungen bekennt sich Dortmund zu seinem Theater als zentrale kulturelle Institution, als Ort gesellschaftlicher Begegnung und als Träger internationaler Sichtbarkeit. Das Theater Dortmund ist ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen Identität der Stadt und zugleich ein wichtiger Standortfaktor: Es zieht Besucher, Künstlerinnen und Partner weit über die Stadtgrenzen hinaus an und zeigt die Bedeutung eines öffentlich getragenen Mehrspartenhauses für die Stadtgesellschaft. Angesichts wachsender finanzieller und struktureller Herausforderungen setzt Dortmund auf Kontinuität, ein klares künstlerisches Profil und verlässliche Leitung.
Oberbürgermeister und Kulturdezernent Alexander Kalouti betont: „Das Theater Dortmund zählt zu den großen kulturellen Kräften unserer Stadt. Es steht für künstlerischen Anspruch, Vielfalt und eine Ausstrahlung, die weit über Dortmund hinausreicht. Mit den Vertragsverlängerungen von Tobias Ehinger, Heribert Germeshausen und Andreas Gruhn setzt die Stadt auf Persönlichkeiten, die das Haus mit Kompetenz, Leidenschaft und einem starken Wertekanon prägen. Kultur ist für Dortmund kein Zusatz, sondern ein zentraler Standortfaktor: Sie schafft Identität, stärkt den Zusammenhalt und macht sichtbar, wofür Dortmund steht.“

Nachhaltige künstlerische Perspektiven mit besonderer Ausstrahlung
Heribert Germeshausen prägt das Opernhaus Dortmund seit der Spielzeit 2018/19 und hat die Sparte in wenigen Jahren zu einer profilierten Adresse im deutschsprachigen Musiktheater entwickelt. Die Auszeichnung als „Bestes Opernhaus“ bei den OPER! Awards 2023, der FAUST-Preis 2024 sowie der Preis der Deutschen Theaterverlage 2026 dokumentieren diese Entwicklung ebenso wie die starke Publikumsresonanz: Unter seiner Leitung erreichte die Oper Dortmund die höchste Gesamtauslastung seit 25 Jahren. Sein Programm verbindet Repertoire, Wiederentdeckungen, zeitgenössische Perspektiven und eine Öffnung in die Stadtgesellschaft – mit internationaler Wirkung. Kürzlich wurde mit großem Medienecho die Realisierung von Wim Wenders’ Film Der Himmel über Berlin als neue Auftragskomposition mit Opernstar Rolando Villazón in zentraler Rolle für die Spielzeit 2027/28 angekündigt.

Andreas Gruhn bleibt bis zum 31. Juli 2028 Intendant des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund. Er leitet das KJT seit 1999 und hat die Sparte über Jahrzehnte zu einem eigenständigen künstlerischen Ort für junges Publikum entwickelt. Seine Verlängerung wurde nun bestätigt. Seine Arbeit trug maßgeblich dazu bei, die Bedeutung des Kinder- und Jugendtheaters in Dortmund zu stärken und den Weg für eine wichtige kulturpolitische Entscheidung zu ebnen: die Investition der Stadt in die Junge Bühne, ein einzigartiges junges Theater. So erhalten Projekte für Kinder und Jugendliche am Theater Dortmund weiterhin eine sichtbare künstlerische Heimat – vom KJT über spartenübergreifende Formate bis zur Jungen Oper.
Organisatorische Stabilität und effizienter Dialog zwischen Kunst und Verwaltung

Die Verlängerung des Vertrags von Tobias Ehinger bis zum 31. Juli 2033 steht für strukturelle Kontinuität. Ehinger ist seit Oktober 2017 Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund und verantwortet die übergreifende Steuerung eines komplexen Mehrspartenbetriebs. Er ist dem Haus seit mehr als 20 Jahren verbunden: Bereits 2004 kam er als Manager des Ballett Dortmund nach Dortmund und prägte dessen Entwicklung über viele Jahre mit. Seine Arbeit verbindet künstlerisches Verständnis mit betriebswirtschaftlicher Führung und trug wesentlich dazu bei, das Theater Dortmund als leistungsfähigen, breit aufgestellten Kulturbetrieb weiterzuentwickeln, der sowohl international vernetzt ist als auch als Motor zielgerichteter Kulturarbeit fungiert.

Zitate
„Ich freue mich sehr über das Vertrauen und die Möglichkeit, den eingeschlagenen Weg an der Oper Dortmund fortzusetzen. Die Oper ist eine Kunstform großer Gefühle, starker Bilder und existenzieller Fragen – deshalb kann sie eine starke Gegenwartskraft entfalten. In Dortmund haben wir gezeigt, dass ein Opernhaus traditionsbewusst, neugierig und offen für die Stadt sein kann. Die Auszeichnungen und die hohe internationale Publikumsresonanz bestärken uns, diesen Weg konsequent weiterzugehen. Für mich ist entscheidend, Oper nicht als abgeschlossenes Museum zu sehen, sondern als lebendige Kunstform, die Menschen im 21. Jahrhundert erreicht, berührt und herausfordert. Mit unserem Ensemble, starken künstlerischen und wirtschaftlichen Partnern sowie einem Publikum, das sich auf neue Perspektiven einlässt, möchte ich das Profil der Oper Dortmund weiter schärfen – als Haus für große Oper, neue Werke und überraschende Begegnungen.“ – Heribert Germeshausen, Intendant Oper Dortmund

„Ich freue mich, die Arbeit am Kinder- und Jugendtheater Dortmund fortsetzen zu können. Theater für junges Publikum beginnt für mich mit einer einfachen, aber wichtigen Erkenntnis: Kinder und Jugendliche sind keine Besucher zweiter Klasse. Sie bringen eigene Erfahrungen, Fragen und eine eigene Ernsthaftigkeit mit. Wenn Theater ihnen auf Augenhöhe begegnet, entsteht ein Raum, in dem Fantasie, Widerspruch und Selbstbewusstsein wachsen können. Gerade in einer Zeit gesellschaftlicher Verunsicherung brauchen junge Menschen Orte, die ihnen zuhören, sie herausfordern und ihnen etwas zutrauen. Diesen Raum in Dortmund offen zu halten und gemeinsam mit Künstlerinnen, Pädagoginnen, Familien, Schulen und jungen Zuschauerinnen zu gestalten, ist eine Aufgabe, die mich weiterhin motiviert.“ – Andreas Gruhn, Intendant Kinder- und Jugendtheater Dortmund

„Die Vertragsverlängerung ist für mich vor allem ein gegenseitiges Bekenntnis zum eingeschlagenen Weg und zur Zukunft des Theater Dortmund. Die großen künstlerischen Erfolge und die aktuelle Rekordauslastung bestätigen unsere Arbeit – dennoch dürfen wir uns nicht darauf ausruhen. Gerade in herausfordernden Zeiten braucht es Mut, klare Visionen und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen. Dortmund befindet sich im Wandel vom Industrie- zum Innovations- und Kulturstandort. Die Menschen im Ruhrgebiet bringen Offenheit, Haltung und Veränderungsbereitschaft mit. Darin liegt eine große Chance – auch für das Theater Dortmund. Ich bin überzeugt, dass unsere gesellschaftliche Relevanz in den kommenden Jahren weiter wachsen wird. Mit einer klaren strategischen Ausrichtung und der Jungen Bühne als Schwerpunkt für die nächste Generation gibt es viel zu gestalten. Auf diese Aufgabe freue ich mich sehr.“ – Tobias Ehinger, Geschäftsführender Direktor Theater Dortmund


Zur Originalmeldung

Feuilletonistisch, bildreich, mit warmem Blick für urbane Transformation. Mara Klangherz hört der Stadt beim Klingen zu: Theaterkeller, Konzertkirche, Hinterhofatelier. Sie schreibt rhythmisch, findet die Poesie im Alltäglichen und verhandelt Kultur als lebendige, fühlbare Begegnung zwischen Menschen, Raum und Zeit.

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