Haus für Haus zur stärkeren Nordstadt: Stadt möchte Hof- und Fassadenprogramm verlängern

Förderung von 2 Mio. Euro für private Eigentümer*innen möglich

Das Gros der Fördermittel kommt von Bund und Land: Eine 70-prozentige Refinanzierung aus dem Programm „Sozialer Zusammenhalt“ der Städtebauförderung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen ist bereits bewilligt. Die restlichen 30 Prozent kommen aus dem Haushalt der Stadt. Die Stadtverwaltung schlägt dem Rat vor, das neu aufgelegte Hof- und Fassadenprogramm Nordstadt zunächst bis 2030 zu beschließen. Für die Folgejahre bis 2034 ist dann ein erneuter Ratsbeschluss vorgesehen, denn auch für diesen Zeitraum stehen Fördermittel bereit. 

Bereits seit den 1980er-Jahren gibt es in der Nordstadt Zuschüsse für private Hauseigentümer*innen, die mit Verbesserungen an ihren Fassaden oder Höfen das Stadtbild aufwerten. Im Zeitraum von 2016 bis 2025 hat die Stadt auf diesem Weg Arbeiten an rund 100 Gebäuden und Höfen gefördert. Für Vorhaben, die die Kriterien des Programms erfüllen, sind Zuschüsse von bis zu 50 Prozent der Kosten möglich. Genaueres regelt die „Richtlinie zur Förderung der Gestaltung und Begrünung auf privaten Grundstücken innerhalb festgelegter Stadterneuerungsgebiete“ von 2019. Verantwortlich ist das Amt für Stadterneuerung. Die Aktivierung und Beratung der Eigentümer*innen übernimmt das Sanierungsmanagement Nordstadt.

Ein Schwerpunkt: mehr Grün

Zuschüsse kann zum Beispiel erhalten, wer Fassaden und zugehörige Bauteile neu gestaltet, Graffitischäden beseitigt oder Dächer, Fassaden und Mauern begrünt. Auch wer gemeinschaftlich genutzte private Freiflächen wie Innenhöfe entsiegelt, begrünt und gestaltet, kann die Förderung bekommen. In städtebaulich besonderen Lagen kann die Stadt im Einzelfall auch eine Lichtgestaltung fördern.

Bei der Umsetzung legt die Stadt großen Wert darauf, dass ökologische Baustoffe zum Einsatz kommen. Gebäudesubstanz mit geschichtlicher und städtebaulicher Bedeutung soll zudem erhalten werden. Grüne Innenhöfe und Fassaden sollen künftig mit Blick auf die Klimaanpassung in der dicht bebauten Nordstadt einen Schwerpunkt bilden. Vorrangig gefördert werden Gebäude im Sanierungsgebiet „Südliches Nordmarktquartier“, hier werden die Eigentümer*innen gezielt angesprochen.

Ein Euro Förderung löst sieben Euro private Investition aus

Erfahrungsgemäß löst jeder Euro aus dem Hof- und Fassadenprogramm etwa sieben Euro an privaten Investitionen aus. Damit ist das Förderprogramm ein wichtiger Baustein, um das städtische Motto umzusetzen: „Nordstadt stärken – Haus für Haus“. Gleichzeitig ermöglicht die Förderung zusätzliche Aufträge für die Dortmunder Handwerksbetriebe und unterstützt so die lokale Wirtschaft.

Folgende weitere Bausteine auf dem Weg zu einer stärkeren Nordstadt setzt die Stadterneuerung mit Blick auf private Immobilien um:

  • eine koordinierte Strategie im Umgang mit Problemimmobilien,
  • das Sanierungsgebiet Südliches Nordmarktquartier mit Genehmigungspflichten, aber auch Steuervorteilen,
  • die kostenlose Beratung für Eigentümer*innen durch das Sanierungsmanagement Nordstadt und
  • die aktuelle Prüfung von Erhaltungs- und Gestaltungssatzungen für das Südliche Nordmarktquartier.

Das Ziel: Parallel zu eigenen Investitionen in den öffentlichen Raum will die Stadt auch bei den Gebäuden im privaten Eigentum positive Entwicklungen anstoßen. Denn Zustand und Gestaltung dieser Immobilien haben für die Lebensqualität in der Nordstadt eine große Bedeutung.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

Investigativ, lokal verwurzelt, hartnäckig in der Recherche. Konrad Faktenfels bohrt nach, wann andere aufhören zu fragen. Sichere Quellen, klare Haltung, leise Ironie. Seine Texte sind präzise gesetzt, Fakten geprüft, Thesen geschärft wie Kreide auf Schiefertafel.

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