Verborgene Kunst kehrt zurück: Keramikwand-Fund überrascht im Westfalenpark

Die wiedergefundene Keramik-Kunstwand an der ehemaligen Milchklause, später Café an den Wasserbecken, ist während des Rückbaus an der Außenwand oberhalb eines Türsturzes hinter Putz und Farbe zum Vorschein gekommen. Höchstwahrscheinlich stammt auch diese Keramikkunstwund von Hans Lechner, der auch die denkmalgeschützte Wand an der Parkakademie entwarf. Bauzeit und Stil passen – auch die Formen, Farben und das Material weisen darauf hin. Die glasierten Baukeramiken sind unterschiedlich ausgeformt und kommen verschiedenfarbig daher.

Die (Keramik-)Kunst am Bau kommt wieder zurück

Der Plan ist, auch die neu entdeckte Kunst zu erhalten und zu restaurieren. Dieser besondere Fund war möglich, da die Architekten Inga Soll und Heiko Sasse, die den Neubau eines Cafés an Ort und Stelle realisieren werden, in ihrem Entwurfskonzept die Wiederverwertung vorhandener Baumaterialien vorsehen. Entsprechend sensibel gehen sie derzeit beim Rückbau der Bestandsgebäude vor. Die Keramikkunst soll also gerettet werden, ebenso weitere Bauteile der Ursprungsbebauung. Sie sollen im neugebauten Café ihren Platz finden.

Bauteile werden mitsamt der Kunst „ausgesägt“

Die wiedergefundene Keramikkunst wird als kompaktes Teilstück aus der Wand geschnitten. Dabei kommt auch eine elektrische Säbelsäge zum Einsatz. Dafür werden zuvor Löcher in die vorhandenen Fugen gebohrt, um Spanngurte durchzuziehen. Der Bereich wird mit Bauplatten und Schaumfolie von vorne und hinten geschützt, damit der wertvolle Wandausschnitt erschütterungsfrei herausgenommen werden kann. Mit den Spanngurten werden die Bauplatten aneinandergepresst, dann kann der Bereich großflächig „ausgesägt“ werden. Im Nachgang wird die Keramik gereinigt, aufbereitet und später am neuen Gebäude wieder eingebaut. 

Auf diese Weise bleibt nicht nur ein besonderes Kunstwerk erhalten, es bleibt auch ein Zeugnis der Geschichte des Ortes und seiner Gebäude sichtbar. Verzögerungen beim Neubau oder Mehrkosten sind durch den besonderen Fund nicht zu erwarten.

Mehr Infos über die Besonderheiten der Keramikkunst von Hans Lechner und das ehemalige Parkcafé als Denkmal des Monats finden sich auf der Webseite des LWL. Die Parkakademie mit ihrer nierenförmigen Terrassenanlage wurde 1959 als Parkcafé nach Plänen des Architekten Will Schwarz erbaut. Sie steht heute komplett unter Denkmalschutz, inklusive der Keramikkunst von Lechner im Außenbereich.


Quelle: PRESSE-SERVICE.DE.

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